Neue Osnabrücker Synagoge feierlich wiedereröffnet

Nachricht 03. Februar 2010

Osnabrück (epd). Mit dem Einbringen der Tora-Rollen haben der Osnabrücker Rabbiner Shimon Großberg, der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, und der Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Shmuel Barzilai, am Mittwochabend die neue Synagoge in Osnabrück ihrer Bestimmung übergeben. Während der anschließenden Feierstunde zeigte sich die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, dankbar für die vielseitige Unterstützung beim Bau der Synagoge.

Der moderne Neubau bietet einen auf bis zu 300 Plätze erweiterbaren Betraum, eine Küche sowie Schulungs- und Versammlungsräume. Die Jüdische Gemeinde in Osnabrück umfasst heute 1.000 Mitglieder. Sie hatte bereits 1969 an gleicher Stelle eine Synagoge mit Gemeindezentrum für 100 Gläubige eingeweiht.

Knobloch dankte besonders den christlichen Kirchen, die mit Spenden und Kollekten das Projekt gefördert hätten. Die enorme Vergrößerung der jüdischen Gemeinschaft in ganz Deutschland durch Zuwanderung aus Osteuropa erfülle sie mit Freude und Zuversicht, sagte die Präsidentin laut dem vorab veröffentlichten Redemanuskript: "Die jüdische Gemeinschaft sitzt nicht mehr auf den sprichwörtlich gepackten Koffern, sondern will als Teil der deutschen Gesellschaft die Zukunft in unserem Land mitgestalten."

Eine Feier mit zahlreichen Grußworten zur Eröffnung einer neuen Synagoge sei auch Zeugnis eines neu gewachsenen Vertrauens zwischen Juden und Nichtjuden, das vor dem Hintergrund der Geschichte nicht selbstverständlich sei, betonte Knobloch. Landesrabbiner Jonah Sievers gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Bauwerk in Zukunft ein "Symbol der Toleranz, der Akzeptanz und der Brüderlichkeit" sein möge. Jede Einweihung einer neuen Synagoge sei "nicht nur ein Wunder wider allem, was man nach der Shoah hätte erwarten können, sondern auch ein Zeichen für gelungene Integration", sagte er laut Redemanuskript. 

Der katholische Bischof Franz-Josef Bode wünschte der jüdischen Gemeinde auch im Namen der evangelischen Kirche, "dass die neue Synagoge für Sie ein Ort der Geborgenheit und Sicherheit ist, an dem Menschen in den Glauben ihrer Väter und Mütter hineinwachsen dürfen". Eine Kehrtwende auf dem Weg, den Juden und Christen in den vergangenen Jahrzehnten miteinander gesucht und gefunden hätte, dürfe und werde es nicht geben, betonte Bode laut Redemanuskript.

epd lnb mas mir/3.2.2010
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