Evangelische Kirche erinnert an verfolgte Christen im Irak

Nachricht 27. Januar 2010

Hannover (epd). Die evangelische Kirche hat erstmals bundesweit zu einem "Tag der verfolgten Christen" aufgerufen. Mit dem Gedenktag soll für das weltweite Leiden von Christen durch Religionsverfolgung sensibilisiert werden, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Hannover mit. Künftig soll der "Tag der bedrängten und verfolgten Christen" regelmäßig am zweiten Sonntag der Passionszeit stattfinden.

In diesem Jahr fällt der Sonntag mit dem Namen Reminiszere auf den 28. Februar und widmet sich der Situation der Christen im Irak. Auch in Ägypten, Malaysia und Nigeria gab es in den vergangenen Wochen gewaltsame Übergriffe auf Christen und Anschläge auf Kirchen.

Das Christentum ist seit seinen frühen Anfängen im Gebiet des heutigen Irak präsent. Doch die Zahl der irakischen Christen von 1,2 Millionen habe sich in den vergangenen Jahren halbiert. Wie andere religiösen Minderheiten seien sie durch islamistische Terroristen, politische Machtkämpfe und kriminelle Akte an der freien Religionsausübung gehindert und in ihrer Existenz bedroht. 

In weiten Teilen des Irak würden Christen aus ihren Häusern vertrieben, ihre Kirchen und Einrichtungen seien Zielscheibe von Anschlägen. Angesichts dieser Entwicklung seien Zehntausende Christen nach Syrien und Jordanien geflohen. Viele seien über das europäische Programm zur Neuansiedlung irakischer Flüchtlinge in die Bundesrepublik gelangt.

Der Gedenktag mit Fürbitten für verfolgte Christen geht auf einen Vorschlag der EKD-Synode 2008 in Bremen zurück: "Das weltweite Leiden von Christen zu nennen ist eine wichtige Aufgabe der Kirche", lautete der Beschluss des Kirchenparlaments. Diesen Vorstoß unterstützten der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz als Vertretung der 22 evangelischen Landeskirchen. Bereits zuvor hatten Initiativkreise und einzelne Landeskirchen mit einen gesonderten Tag an das Schicksal verfolgter Christen erinnert. 

epd lnb bas mil/27.2.2010
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