Erste kirchliche Gesamtschule in Niedersachsen entsteht in Ostfriesland

Nachricht 22. Januar 2010

Hinte/Kr. Aurich (epd). Die erste evangelische Integrierte Gesamtschule Niedersachsens soll im August ihre Arbeit in den ostfriesischen Orten Hinte und Pewsum aufnehmen. "Wir wollen eine gute Bildung für alle Schüler und sind bereit, dafür die Verantwortung zu übernehmen", sagte der Regionalbischof des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland, Detlef Klahr, am Freitag in Hinte bei Emden vor Journalisten. Die hannoversche Landeskirche wolle die Trägerschaft für die Schule übernehmen. Schulbeginn könnte bereits der 1. August nach den Sommerferien sein.



Für die neue Schule an zwei Standorten sollen die bisherigen Haupt- und Realschulen von Hinte und Pewsum zusammengeführt werden, erläuterte der Bürgermeister der Gemeinde Krummhörn, Johann Saathoff. Alleine hätte sie aufgrund ihrer Schülerzahlen auf Dauer keine Überlebenschance: "Wir sind bewusst auf die Kirche zugegangen. Mit ihr als freien Trägern können wir den Schülern Bildungschancen bieten, die ihnen staatliche Schulen in dieser ländlichen Region nicht bieten können." Gemeinden und Kirchen seien sich einig. Nun müsse noch das Land zustimmen.



Klahr sagte, dass die neue Schule ein klares evangelisches Profil entwickeln müsse. "Die Schüler sollen lernen, was für das Leben wichtig ist." Neben Mathematik, Deutsch und Englisch gehöre dazu auch die Vermittlung von christlichen Werten. "Wir wollen den Schülern vermitteln, dass sich der Wert eines Menschen sich nicht nur nach seinen Noten bemisst." Kirche und Bildung gehörten zusammen. Schon der Reformator Martin Luther habe sich dafür eingesetzt, dass Mädchen und Jungen Lesen und Schreiben lernen.



Die neue Schule mit zusammen rund 1.000 Schülern solle aufsteigend mit der fünften Klasse beginnen und eines Tages auch eine gymnasiale Oberstufe erhalten. Alle Kinder der Region dürften die Schule besuchen, unabhängig von ihrer Konfessions- oder Religionszugehörigkeit, sagte Klahr. Als freier Schulträger sei die Kirche vom Staat verpflichtet, einen Elternbeitrag zu erheben. Geplant seien 45 Euro monatlich.



Allerdings gebe es einen Sozialfonds der Landeskirche, der den Beitrag für ärmere Familien übernehme. Mit dem Geld sorge die Kirche für Lehrmittelfreiheit: Schulbücher könnten entliehen werden. Auch ein kostenloser Förderunterricht sei darin enthalten. Ab dem dritten Geschwisterkind werde kein Beitrag mehr erhoben. Außerdem hätten sich die Gemeinden verpflichtet, ein kostenloses Mittagessen zu finanzieren.



epd lnb jön mig / 22.1.2010

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