Landessuperintendent Krause will lebendigere Gottesdienste

Nachricht 19. Januar 2010

Osnabrück (epd). Der Osnabrücker Regionalbischof Burghard Krause will mit einer Initiative für lebendige und attraktive Gottesdienste mehr Menschen das Evangelium nahebringen. Der "Tag missionarischer Impulse" am 6. März in Osnabrück unter dem Motto "Brannte nicht unser Herz" solle eine Ideen-Börse für eine einladende Gottesdienstkultur sein, sagte der evangelische Landessuperintendent am Dienstag im epd-Gespräch. Der von einem Initiativkreis seit Monaten vorbereitete Tag in der Osnabrücker Marienkirche richte sich sowohl an Ehrenamtliche als auch an Pastoren und Diakone des Sprengels Osnabrück.



Die traditionelle Gottesdienstkultur sei stark an der Kerngemeinde ausgerichtet. Das sei auch wichtig und richtig, sagte Krause. Aber die Gemeinden müssten zunehmend auch andere Lebenswelten und Milieus in den Blick nehmen: "Der Tag missionarischer Impulse ist ein Begegnungsforum für alle, die sich nach einer attraktiven Kirche und nach ausstrahlungskräftigen Gemeinden sehnen." Gottesdienste sollten die Herzen der Menschen berühren.



Krause machte auch auf die zunehmenden Arbeitsbelastungen für Haupt- und Ehrenamtliche aufmerksam. Wenn Gemeinden zusammengelegt und Stellen aufgrund zurückgehender Kirchensteuereinnahmen gestrichen würden, reichten die Ressourcen oft nicht mehr aus. Zudem seien Ehrenamtliche immer häufiger projektorientiert ausgerichtet und scheuten langfristige Verpflichtungen.



Auszeiten für Pastoren und Diakone, wie die in der hannoverschen Landeskirche angebotenen Sabbattage, könnten hilfreich sein. Seit 2009 könne jeder Seelsorger, einen Tag im Jahr seine Arbeit ruhen lassen und in einem Kloster oder geistlichen Zentrum an einem speziellen Angebot teilnehmen. Ebenso sollte es mehr Kooperationen über Gemeindegrenzen hinweg geben.



Krause forderte Pastoren und Gemeinden aber auch auf, Arbeitsbereiche einzuschränken oder aufzugeben, die sie in Zeiten mit mehr Mitarbeitern aufgebaut hätten: "Lieber eine Kirche mit einem etwas kleineren Wirkungsradius als eine erschöpfte Kirche, die maßlosen Zielen hinterher hechelt."



Die Ökumene sei ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld für 2010. Sie sei auf Gemeindeebene in Osnabrück hervorragend entwickelt, aber noch ausbaufähig, sagte Krause. Dazu trügen auch regelmäßige Begegnungen zwischen kirchenleitenden evangelischen und katholischen Personen bei. Es müsse weiterhin gemeinsame Veranstaltungen wie Vortragsabende oder Gottesdienste geben.



epd lnb mas mil / 19.1.2010

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