Kirche registriert bei Männern steigendes spirituelles Interesse

Nachricht 30. Dezember 2009

Hannover/Stade (epd). Immer mehr Männer interessieren sich nach Angaben der hannoverschen Landeskirche für spirituelle und religiöse Fragen. Dabei unterscheide sich ihre spirituelle Praxis deutlich von der weiblichen, sagte der Landespastor für Männerarbeit, Henning Busse, dem epd. "Bei Männern geschieht das oft am Rande und ist mit Aktivitäten in der Natur verbunden, mit Wanderungen, Pilger- und Kanutouren oder auch Vater-Kind-Wochenenden." Doch auch "Wüstentage" und "Einkehrtage" in Klöstern hätten zunehmend Konjunktur.

Eine steigende Zahl von Männern in der besonders belasteten Altersgruppe zwischen 35 und 50 Jahren habe den Wunsch, dem Stress im Alltag zu entfliehen, um sich selbst nicht zu verlieren, erläuterte Busse. "Sie erleben, dass Zeiten der Ruhe seltener geworden sind und dabei gelegentlich Leib und Seele auf der Strecke bleiben." Allerdings treffe die Sehnsucht nach selbstbestimmten Zeiten noch oft auf das alte Männerbild vom starken Ernährer, der alles schaffe.

"Die Kirche will mit ihren Angeboten Männer dazu ermutigen, dass sie sich ihren Schwächen stellen und als Teil ihres Lebens anerkennen", bekräftigte Busse. Doch bei manchen Männern passiere das erst in einer Krise etwa in der Partnerschaft oder wenn sich eine schwerwiegende Krankheit einstelle.

Zum Jahresprogramm der landeskirchlichen Männerarbeit für 2010 gehören unter anderem Pilgertouren, Bergwanderungen, Vater-Kind-Freizeiten, Aktionen für Großväter und Enkelkinder sowie Kanufahrten. Der Stader Geschäftsführer der Männerarbeit, Helmuth Haase, organisiert stille Tage in der bayerischen Benediktinerabtei Münsterschwarzach am Main. "Wir wollen zur Ruhe kommen, unser Leben bedenken und zugleich das Leben der Mönche kennenlernen", kündigte Haase an. Niedersächsische Klostertage sind in Bursfelde, Damme und Loccum geplant.

Kontakt: maennerarbeit@kirchliche-dienste.de

epd lnb sel mil/30.12.2009
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