Osnabrücker Landessuperintendent: Menschen sollen gegen Entwürdigung aufbegehren

Nachricht 25. Dezember 2009

Osnabrück (epd). Der Osnabrücker Regionalbischof Burghard Krause hat in seiner Weihnachtspredigt an die Menschen appelliert, aufzubegehren gegen Ungerechtigkeit, Entwürdigung und zunehmenden Leistungsdruck. Viele lebten "an den Rand gedrängt in einer Gesellschaft, die wirtschaftlich und geistig taumelt und immer mehr scheinbar Überflüssige produziert", sagte Krause während der Christmette am Heiligen Abend in der Marienkirche in Osnabrück.



Er erinnerte daran, dass auch der biblische Josef eine "Randfigur" gewesen sei. Dem Mann, der aus dem Königshaus Davids stammte, habe man das Königliche nicht mehr angesehen. Er sei ein einfacher Zimmermann gewesen, auf dessen Leben kein Glanz mehr gelegen habe, der sich unwichtig und überflüssig gefühlt habe. Doch Weihnachten sei auch eine Aufforderung, sich nicht klein machen zu lassen, betonte Krause. "Gott sagt uns: Wenn andere nur deine Leistung oder deine Steuerkraft schätzen – ich schätze dich als Person." Niemand dürfe Menschen "auf die Knie zwingen. Wenn du kniest, dann freiwillig. Und auch nur aus Dankbarkeit."



Krause kritisierte das Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen als "Fehlgeburt". Die Klimakrise sei eine Krise der Vernunft: "Und wenn es drauf ankommt wie jetzt in Kopenhagen, dann geht uns die Vernunft flöten, dann finden wir nicht einen gemeinsamen Satz, der das Blatt wendet."



epd lnb mas mir / 24.12.2009

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