Weltkulturerbe: Gemeinde feiert abgeschlossene Innensanierung der St. Michaeliskirche

Nachricht 20. Dezember 2009

Hildesheim (epd). Nach mehr als vierjähriger Innensanierung steht die zum Weltkulturerbe gehörende St. Michaeliskirche in Hildesheim wieder uneingeschränkt als Gottesdienstraum zur Verfügung. "Wir haben nicht für uns, sondern für Euch gebaut", sagte der evangelische Landessuperintendent Eckhard Gorka am Sonntag in einem Festgottesdienst zum Wiedereinzug: "Damit die Sehnsucht nach heilem Leben inmitten aller Brüche und Zweideutigkeiten, die Sehnsucht nach Gott, einen – nicht den einzigen - Ort hat." Im kommenden Jahr feiert die romanische Kirche ihr 1.000-jähriges Gründungsjubiläum.



Für die Sanierung wurden nach Angaben der Gemeinde bisher rund drei Millionen Euro investiert. Die Mittel stammen vom Bund, vom Land Niedersachsen, von der evangelischen Kirchen sowie aus Stiftungen und Spenden. Unter anderem wurde der marode Fußboden neu aufgebaut, mit einer Fußboden-Heizung versehen und mit Sandsteinplatten ausgestattet. Weiter wurden die Farbgebung erneuert, die Fenster überarbeitet und der Altarraum künstlerisch neu gestaltet. Auch Teile des Daches und der Außenfassade ließ die Gemeinde zum Jubiläum erneuern. Weitere Teile der Fassade sollen folgen.



Gorka hob die Hilfe der Solidargemeinschaft für die Bauarbeiten hervor. Allein hätte sich die Gemeinde die Renovierung nicht leisten können. Freunde und Förderer, Kirche und Gesellschaft hätten mitgeholfen: "Nur so funktioniert so ein Vorhaben: Wenn alle mit anfassen und sich die Lasten teilen." Die Schönheit des Glaubens und die Würde des Lebens bräuchten einen sinnlichen Ausdruck, hob der Landessuperintendent hervor. Im Blick auf das Jubiläumsjahr sagte er: "Jeder, der diese Schwelle überschreitet, vollzieht einen Kircheneintritt und wird willkommen geheißen wie ein Kirchenmitglied."



Die St. Michaeliskirche in Form einer mittelalterlichen Burg wurde 1010 als Grabeskirche Bischof Bernwards von Hildesheim (960-1022) gegründet. Mit sechs markanten Türmen und einem kostbaren mittelalterlichen Deckengemälde gilt sie als herausragendes Denkmal romanischer Baukunst nördlich der Alpen. Seit 1985 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Feierlichkeiten zum 1.000-jährigen Bestehen werden am 15. Januar von Bundespräsident Horst Köhler und der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Margot Käßmann, eröffnet.


Internet: www.michaelis2010.de




epd lnb mig / 20.12.2009

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