Rund 270 Bürger demonstrieren gegen Wintersonnenwendfeier von Rechtsextremen - Protest bleibt friedlich

Nachricht 20. Dezember 2009

Eschede/Kr. Celle (epd). Rund 270 Bürger haben am Sonnabend in Eschede bei Celle nach Polizeiangaben friedlich gegen eine "Wintersonnenwendfeier" von Neonazis demonstriert. Etwa 195 Personen aus der rechtsextremen Szene in Norddeutschland versammelten sich zeitgleich bis in die frühen Morgenstunden des vierten Advent auf dem abgelegenen Hof des Landwirtes und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten im Einsatz, um Auseinandersetzungen zu verhindern.



An der Gegendemonstration durch den 3.500-Einwohner Ort nahmen bei klirrender Kälte Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen, Politik, Sozialverbänden und antifaschistischen Initiativen teil. "Wir dürfen keine rechtsextremistischen Vereinigungen in unseren Dörfern zulassen", sagte der Mitinitiator und Regionsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Hartwig Erb, bei einer Kundgebung. Die Städte, Gemeinden und Landkreise müssten sich klar gegen solche Bestrebungen positionieren.



Der Hof Nahtz werde seit Jahren von Rechtsextremisten für Planungstreffen genutzt und diene der Vernetzung der Szene, sagte Erb: "Dies werden wir nicht länger akzeptieren, diese unsäglichen Treffen müssen aufhören." Erb kritisierte auch Auflagen des Landkreises Celle. Ursprünglich sei eine Kundgebung gegenüber der Einfahrt des Hofes geplant gewesen, damit der Protest von den Teilnehmern des rechtsextremen Treffens wahrgenommen werde. Der Landkreis habe diesen Teil der Route mit der Begründung möglicher Ausschreitungen untersagt.



Am Abend demonstrierten rund 60 Escheder Bürger gegen den Rechtsextremismus, unter ihnen Bürgermeister Gerd Bakeberg. Unter dem Motto "Lichter gegen Extremismus" zündeten sie kleine Feuer an und hielten eine Andacht.



Im Herbst hatten Rechtsextremisten auf dem Hof Nahtz bereits ein "Erntedankfest" veranstaltet. Auch dagegen wurde protestiert. Im Juni versammelten sich begleitet von Polizeikontrollen und einer Gegendemonstration rund 250 Neonazis zu einer "Sonnenwendfeier" auf dem Hof. Ein Jahr zuvor war es nach Polizeiangaben bei der "Sonnenwendfeier" in Eschede zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Journalisten gekommen.



epd lnb mig / 20.12.2009

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