Reges Interesse für Pilotprojekt in hannoverschen Kirchengemeinden

Nachricht 17. Dezember 2009

Hannover (epd). Ein Pilotprojekt zur "Qualitätsentwicklung in Kirchengemeinden" der hannoverschen Landeskirche stößt auf reges Interesse. Mehr als zehn Gemeinden wollen bisher mitmachen, sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries, am Donnerstag dem epd: "An dem Projekt nehmen ausschließlich Gemeinden teil, die sich selbst dafür bewerben." Ziel sei es, die Abläufe in den Gemeinden transparenter zu machen, Reibungen zu vermeiden und die Qualität der Arbeit zu erhöhen.



Dazu gehöre zum Beispiel, die Stärken und Schwächen der Gemeinde zu analysieren. Auch die Arbeitsbedingungen ehrenamtlicher Mitarbeiter sollten untersucht werden. Die Abläufe und Absprachen für Gottesdienste und Kirchenmusik würden genauso thematisiert wie die Öffentlichkeitsarbeit, das Fundraising oder die seelsorgerlichen und diakonischen Arbeitsgebiete. "Wichtig ist, dass es dabei um Abläufe, Absprachen und Verabredungen geht und nicht um die Inhalte von Verkündigung und Diakonie", betonte de Vries.



In drei Jahren sollen die Erfahrungen ausführlich ausgewertet werden. "Dann werden wir prüfen, ob Aufwand und Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen", sagte de Vries. Eine Zertifizierung, bei der die dauerhafte Einhaltung und Weiterentwicklung der Qualitätsstandards festgeschrieben wird, sei bisher nicht vorgesehen. Die Landessynode werde nach der Probezeit darüber entscheiden, ob die Ergebnisse nur an interessierte Gemeinden weitergegeben oder aber für alle verbindlich gemacht werden. Der Landessynodalausschuss habe 100.000 Euro für das Projekt bewilligt, weitere 120.000 Euro sollen aus anderen Quellen kommen.



Da herkömmliche Qualitätsentwicklungsprogramme eher an Fertigungsabläufe in der Industrie oder an Verwaltungsabläufen orientiert seien, müsse ein neues Verfahren entwickelt werden: "Es muss auf die besonderen Bedürfnisse der Gemeinden zugeschnitten sein und ihren Alltag abbilden", sagte de Vries. Dafür gebe es eine Projektgruppe, der sowohl Mitglieder des Landeskirchenamtes und des Hauses kirchlicher Dienste angehörten als auch Vertreter aus Gemeinden und Kirchenkreisen.




epd lnb mil mig / 17.12.2009

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