FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff gestorben - Bundeskanzlerin Merkel und Bischöfin Käßmann würdigen Wirtschaftspolitiker

Nachricht 06. Dezember 2009

Bonn/Berlin/Hannover (epd). Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff ist am Sonnabend im Alter von 82 Jahren gestorben. Wie die Friedrich-Naumann-Stiftung am Sonntag in Potsdam mitteilte, starb der frühere Bundeswirtschaftsminister in einem Krankenhaus in Bonn. Die Todesursache sei noch unklar. Lambsdorff, der 26 Jahre dem Bundestag angehörte und auch langjähriges Mitglied der Kammer für öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war, wäre am 20. Dezember 83 Jahre alt geworden.



Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Lambsdorff als menschlich wie politisch gleichermaßen herausragenden Liberalen. "Er hat die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland lange Jahre hindurch ordnungspolitisch geprägt und reiht sich ein in die Reihe der großen Persönlichkeiten unserer sozialen Marktwirtschaft", erklärte die CDU-Vorsitzende. Auch jenseits der Tagespolitik habe Lambsdorff in so sensiblen Fragen wie der Entschädigung der Zwangsarbeiter des Zweiten Weltkrieges bleibende Maßstäbe gesetzt.



Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann würdigte Lambsdorff als "streitbaren protestantischen Wirtschaftspolitiker", der die Bundesrepublik geprägt habe. "Die Evangelische Kirche in Deutschland dankt Otto Graf Lambsdorff insbesondere für sein langjähriges Engagement in der Kammer für öffentliche Verantwortung, deren Beratungen er durch seine Fachkompetenz und politische Erfahrung in hohem Maße geprägt hat", erklärte die hannoversche Landesbischöfin. Außerdem sei Lambsdorffs großer Einsatz für den Erhalt des Brandenburger Doms zu würdigen.



Der 1926 in Aachen geborene Lambsdorff, der als Liberaler mit Ecken und Kanten galt, war von 1977 bis 1984 Bundeswirtschaftsminister und von 1988 bis 1993 Bundesvorsitzender der FDP. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 1998 wurde der promovierte Jurist vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit den Verhandlungen über die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter beauftragt. Von 1995 bis 2006 war Lambsdorff Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

6.12.2009
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