Am 6. Dezember: Nikolaustag

Nachricht 02. Dezember 2009

Der Nikolaustag leitet seinen Namen von dem Heiligen dieses Tages ab, dem Heiligen Nikolaus. Dieser soll der Legende nach als Bischof in Myra (heutige Türkei) gewirkt haben und um 350 hingerichtet worden sein. Seine Attribute, meist Bischofstracht mit Stab, häufig auch mit Buch und drei Goldklumpen oder einem Anker, werden durch eine Sage begründet. Demnach hat der Heilige Nikolaus der Stadt Myra bei großer Hungersnot dadurch geholfen, dass er einem reichen Handelsmann im Traum erschienen ist und ihn veranlasst hat, mit seinen Getreideschiffen nach Myra zu segeln.



Die verbreitete Verehrung des Nikolaus als Kinderfreund knüpft an die Sage an, dass Nikolaus drei armen Mädchen Geld spendete, so dass diese heiraten konnten. Die Verehrung des Heiligen Nikolaus ist im 6. Jahrhundert schon im Osten, ab dem 9. Jahrhundert dann auch im Westen (Italien) nachweisbar. Seine Reliquien befinden sich seit 1087 in Bari (Italien). In Deutschland gilt er ab dem 11. Jahrhundert als Schutzheiliger der Schiffer, Kaufleute, Bäcker und Schüler.



Durch dieses Schul-Patronat des Heiligen ist seine Verehrung zuerst in Klosterschulen zu brauchtümlichen Formen gelangt. Im Bereich der Schule erscheint der 6.12. auch zuerst als Schenktermin. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts ist der Brauch bezeugt, für die Kinder Schuhe vor die Haustür zu stellen, in die der Nikolaus nachts seine Gaben hineinlegt. Bald danach ist die Einkehr eines als Nikolaus verkleideten weißbärtigen Mannes nachweisbar, der die Kinder prüft, mit Geschenken belohnt, mit der Rute bestraft oder droht, sie in seinem Sack mitzunehmen.



Nach und nach treten Begleiter des Nikolaus, etwa der Knecht Ruprecht, in den Vordergrund. Auch mit anderen Lieblingsgestalten des Volksglaubens ist der Nikolaus als Vorbote des Christkindes mit der Zeit verschmolzen.


(Entnommen aus „ 1x1 des Kirchenjahres“ von Jörg Buchna)