Kirchenkreis Stolzenau-Loccum feiert Traufest

Nachricht 01. Dezember 2009

Loccum. Am Anfang stand die Idee: nach dem Überraschungserfolg zweier neuartiger Tauffeste sollte in diesem Jahr ein weiterer Versuch in eine ähnliche Richtung gestartet werden. Ausgehend von der Beobachtung, dass die kirchliche Trauung in den vergangenen Jahren zusehends in Hintertreffen geraten war, sollte standesamtlich, aber bisher nicht kirchliche getrauten evangelischen Paaren im Kirchenkreis das Angebot eines außergewöhnlichen Gemeinschafts-Traugottesdienstes in der Loccumer Klosterkirche gemacht werden.



Vorbereitet durch den Öffentlichkeitsausschuss im Kirchenkreis wurden 250 Paare, die in den letzten fünf Jahren zwar standesamtlich, bisher aber nicht kirchlich geheiratet hatten, von der Superintendentin persönlich angeschrieben. Nach anfänglichem Zögern meldeten sich zwölf Paare, die dabei sein wollten. Daraufhin hieß es, Traugespräche zu führen, Vorabsprachen zu treffen, Organisatorisches zu klären.



Am Sonnabend, dem 28. November, war es soweit: zwölf Hochzeitspaare waren aus dem gesamten Kirchenkreis gekommen, um in der Loccumer Klosterkirche vor den Altarstufen Platz zu nehmen. Hinzu kamen die jeweiligen Hochzeitsgesellschaften der Paare, das Team von Pastorinnen und Pastoren um Abt Horst Hirschler und Superintendentin Goldhahn-Müller sowie einige Neugierige.



Zu Beginn des Gottesdienstes wurden alle durch Superintendentin und Abt begrüßt. Horst Hirschler ging in seiner Begrüßungsrede auf die Hochzeit Martin Luthers und Katharina von Boras im Jahre 1525 näher ein. Anschließend ging es mit den unterschiedlichen Traupastorinnen und -pastoren aus dem Kirchenkreis an die unterschiedlichen Trauorte im Kloster: Refektorium, Gebhardtsaal (mit dem äußerst passenden Wandgemälde der Hochzeit zu Kana) und Johanneskapelle.



Überall dort waren die Altäre geschmückt worden. Vier Paare wurden vom Loccumer Ortspastor Joachim Köhler auch in der Klosterkirche direkt getraut. Kinder der Paare sangen Glück- und Segenswünsche, dann ging es Paar für Paar an den Altar. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde im Refektorium und auf dem Kreuzgang weiter gefeiert, ein Helferkreis aus dem Kirchenkreis hatte liebevoll einen Sektempfang vorbereitet. Ein großartiges Fest, dem viel Nachahmung zu wünschen ist.



Andreas Dreyer / 30.11.2009