Landesbischöfin kritisiert Ladenöffnung am Sonntag

Nachricht 28. November 2009

Berlin/Hannover (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat sich deutlich gegen verkaufsoffene Sonntage ausgesprochen. "Wir brauchen einen Rhythmus von Arbeits- und Feiertagen, damit unsere Gesellschaft nicht einem kollektiven Burn-out unterliegt", heißt es in einem Beitrag der hannoverschen Landesbischöfin für die Wochenendausgabe der Berliner "tageszeitung" (taz). Zwar müssten auch jetzt viele Menschen am Sonntag arbeiten wie in Krankenhäusern, Altenheimen oder bei der Feuerwehr. "Aber bei den Ladenöffnungszeiten haben wir die Wahl."

Hintergrund ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Berliner Ladenöffnungsgesetz, das am Dienstag (1. Dezember) erwartet wird. Nach der seit 2006 geltenden Regelung dürfen in Berlin die Geschäfte an bis zu zehn Sonntagen öffnen, darunter an allen vier Adventssonntagen von 13 bis 20 Uhr. Dagegen hatten die evangelische und katholische Kirche geklagt.

Käßmann: "Wenn wir die Sonntage den Alltagen gleich machen und alle Geschäfte öffnen, dann gibt es nur noch den Gleichklang von sieben Werktagen." Die Gesellschaft lebe davon, dass Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen Zeit miteinander verbringen können: im Gottesdienst, bei Aktivitäten im Sportverein, bei Dorf- und Stadtteilfesten, bei Kulturveranstaltungen, fügte die Repräsentantin von rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland hinzu.

epd lnb bas mil/28.11.2009
Copyright epd-niedersachsen-bremen.de