"Brot für die Welt" eröffnet 51. Aktion

Nachricht 23. November 2009

Motto "Es ist genug für alle da" soll zum Nachdenken anregen

"Brot für die Welt" startet am 1. Advent in München ihre 51. Aktion. Der Festakt in der Sankt Lukas-Kirche steht unter dem Motto: "Es ist genug für alle da". Die Direktorin der evangelischen Hilfsaktion, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, unterstrich die provokante These: "Obwohl weltweit inzwischen über eine Milliarde Menschen hungern, sind wir dieser Entwicklung nicht hoffnungslos ausgeliefert. Wichtig wäre, dass vor allem die Menschen in den Industrieländern ihre Lebenseinstellung ändern, um den weltweiten Hunger zu überwinden. Denn es ist genug für alle da, wenn Ressourcen und Nahrung nur gerecht verteilt würden."



"Alleine in Europa werden täglich hundert Tausende Tonnen Lebensmittel einfach weggeworfen, die häufig auf den Äckern armer Länder für den Export produziert werden", so Füllkrug-Weitzel. Es sei angesichts einer Milliarde hungernder Menschen nicht mehr hinnehmbar, dass große Teile der weltweiten Lebensmittelproduktion nur einer größeren Auswahl ohnehin gut genährter Menschen in kaufstarken Ländern diene. "Wir müssen unsere Konsum-Muster grundlegend ändern", sagt Füllkrug-Weitzel. "Essen gehört nicht in unsere Müllcontainer, sondern in die Bäuche der Hungernden." Immer mehr Kleinbauern müssten weltweit aufgeben oder sich ohne ausreichenden Lohn als Tagelöhner auf Großfarmen verdingen. Dabei haben vor allem kleinbäuerliche Betriebe, die eine nachhaltige und standortgerechte Landwirtschaft betreiben, sehr große Potentiale, ausreichende Ernährung in den armen Ländern sicherzustellen. Hier sei auch die Politik gefordert, die notwendigen Grundlagen zu schaffen.



Landesbischof Dr. Johannes Friedrich zeigte sich dankbar, dass die Spendenbereitschaft der Deutschen trotz der Wirtschaftskrise nicht abgenommen habe. "Trotz der finanziell engen Situation haben die Menschen nicht vergessen, wie begünstigt sie sind und haben das Mitgefühl für Notleidende nicht verloren", sagte er. "Ich hoffe und bete, dass auch in diesem Jahr die Aktion ‚Brot für die Welt` durch die Unterstützung von Hunderttausenden ihre Aufgaben so erfolgreich weiterführen kann wie bisher und dass sie immer weitere Partnerorganisationen findet, mit denen sie zusammenarbeiten kann."



"Was fehlt auf dieser Welt, ist eine Vision des Teilens, die frei ist von Hintergedanken an den unmittelbaren oder mittelbaren eigenen Profit, betonte der Präsident der bayerischen Diakonie, Pfarrer Dr. Ludwig Markert. "Die Aktion Brot für die Welt´ praktiziert dieses Ideal der weitsichtigen und wirksamen Hilfe in vielfältigen Projekten. In dieser Welt, in der Profit leider immer noch mehr zählt als Vernunft und Nächstenliebe, braucht es Leuchttürme für einen anderen Weg. Und ‚Brot für die Welt´ ist so ein Leuchtturm."



23.11.2009