Kirchenamts-Vizepräsident kritisiert Energiepolitik der Koalition

Nachricht 20. November 2009

Hannover/Gorleben (epd). Der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, kritisiert die Pläne der schwarz-gelben Koalition zur Energiepolitik. Wenn die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert würden, werde weniger Geld in alternative Energien investiert, schreibt er in der aktuellen Ausgabe der in Hannover erscheinenden "Evangelischen Zeitung". Zudem würden die Energie-Unternehmen teilweise aus ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verantwortung entlassen.



Sollte der Salzstock Gorleben weiter erkundet werden, ohne Alternativen für ein Atommüll-Endlager zu prüfen, sei das eine denkbar schlechte Nachricht. Alle Forderungen, für ein Endlager international anerkannte und transparente Sicherheitsstandards festzulegen und die Bürger angemessen zu beteiligen, blieben laut de Vries damit unerfüllt. Der Vizepräsident kritisierte, dass in Gorleben weiter das Bergrecht statt des Atomrechts angewendet werden solle.



Vor diesem Hintergrund und mit dem Wissen um politische Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte sei es nicht zu verantworten, die Erkundung wieder aufzunehmen. Hinzu kämen die Gefahren, die im maroden Endlager Asse bei Wolfenbüttel zutage getreten seien.



epd lnb mir mig / 20.11.2009

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