Diakonie: Bildung, Arbeit und Einkommen sind Schlüssel für erfolgreiche Integration

Nachricht 19. November 2009

Berlin. Bildung, Arbeit und Einkommen sind nach Ansicht der Diakonie wesentliche Faktoren für die erfolgreiche Integration von Zuwanderern in Deutschland. "Der Zugang zu Bildung und Arbeit ist für einen Teil der Migranten und für viele Asylsuchende mit hohen Hürden versehen", sagte Diakonie- Präsident Klaus-Dieter Kottnik. Der drohende Fachkräftemangel in Deutschland mache es aber gerade zu zwingend notwendig, die Potenziale von Menschen unterschiedlicher Herkunft für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft besser zu nutzen.



Unter dem Titel "Integration in der Krise" diskutierte der Diakonie-Chef am Donnerstag in der Berliner Friedrichstadtkirche mit Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaft und Politik darüber, wie Zuwanderung in Deutschland sinnvoll gestaltet werden kann. Zur Gesprächsrunde gehörten der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Hartfried Wolff, der SPD- Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic, Annelie Buntenbach vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Peter Clever von der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber.



"Die Integration ist zwar in vielen Fällen erfolgreich verlaufen", betonte Kottnik, "aber es gibt noch deutliche Defizite, die es aufzuarbeiten gilt." Dringenden Handlungsbedarf sieht die Diakonie in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. "In keinem anderen Land hängt Bildung so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland", betonte Kottnik. Kinder mit Migrationshintergrund haben im deutschen Bildungssystem nur geringe Erfolgschancen. Die Diakonie forderte daher unter anderem Deutschkurse, Mehrsprachigkeit und interkulturell geschultes Lehrpersonal in den Schulen, kostenfreie Kinderbetreuung und Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen. Die rechtlichen Regulierungen schränkten zudem die Möglichkeit vieler Migranten ein, den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten.



Kottnik bezeichnete es als Skandal, dass Zugewanderte, deren Studien- oder Berufsabschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden, weit unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten müssen. "Dieses Schicksal macht viele Betroffene krank und depressiv." Außerdem forderte er, Menschen ohne gültige Aufenthalts- und Arbeitspapiere vor Ausbeutung und Täuschung zu schützen, indem ihnen soziale Rechte wie Schulbildung, Lohnansprüche, Kündigungsschutz und Krankenversicherungsschutz zugestanden werden. "Auch diese mehreren hunderttausend Arbeitnehmer tragen schließlich zu unserem ökonomischen Wohlstand bei."



Informationen über die aktuellen Forderungen der Diakonie zur Einwanderungspolitik und über die Rolle der Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft finden Sie auf der Diakonie-Homepage unter


www.diakonie.de/diakonie-in-der-einwanderungsgesellschaft-5465.htm



Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.

Ute Burbach-Tasso

Pressesprecherin