Landesbischöfin rechnet mit Stellenabbau in den Kirchen

Nachricht 18. November 2009

Berlin/Hannover (epd). Angesichts sinkender Kirchensteuer-Einnahmen rechnet die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann mit Stellenabbau in den Kirchen. "Das ist schwer für uns", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". 86 Prozent der Einnahmen würden für Personalkosten ausgegeben. "Wenn Sie weniger Einnahmen haben, müssen Sie Personal abbauen - das ist bitter und die Dichte der Pfarrerschaft wird dadurch
weniger." Die Kirche werde sich von manchen Projekten trennen müssen, aber dennoch sichtbar bleiben, unterstrich die Landesbischöfin.



Zur zunehmenden Zahl an Kirchenaustritten sagte die Ratsvorsitzende: "Ich werbe dafür, in der Kirche zu bleiben." Es sei wichtig sich zu einer Gemeinschaft zu bekennen und deutlich zu machen, welche Werte man vertrete. Außerdem sei die Kirche eine "starke soziale und kulturelle Kraft im Land".



Käßmann hob zudem die Bedeutung des Buß- und Bettages am Mittwoch für die
evangelischen Christen hervor. Dieser Tag sei Anlass, "einmal innezuhalten und zu fragen, wo ich mit meinem Leben hin will", sagte sie. Obwohl der Buß- und Bettag 1995 außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag gestrichen wurde, habe er seinen Sinn nicht verloren. Jeder habe durch die Vielzahl der Gottesdienste "eine Chance zur Teilnahme". Käßmann erinnerte zudem an die Bedeutung des Tages für die
Opposition in der DDR. In der "Friedensdekade hat er eine ganz große Rolle gespielt - auf dem Weg zur Wende".




epd lnb bas mir / 18.11.2009


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