Weber wirbt für weitere Kooperation der niedersächsischen Kirchen

Nachricht 13. November 2009

Goslar/Emden/Hannover (epd). Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber will sich nach dem gescheiterten Vorstoß für eine niedersächsische Kirche weiter für intensive Kooperationen der fünf evangelischen Kirchen des Landes einsetzen. Die Kirchen müssten ihre Gemeinsamkeiten neu beschreiben, heißt es in einem Kurzbericht, den der Bischof am Donnerstagabend der in Goslar tagenden Landessynode vorlegte. Weber ist auch Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.



Die im Frühjahr gefassten Beschlüsse der Synoden von Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe gegen eine mögliche gemeinsame Kirche in Niedersachsen seien belastend für die Verhandlungen in der Konföderation gewesen, sagte Weber. Nun müsse ein Modell für die künftige Zusammenarbeit entwickelt werden.



Die braunschweigische Synode hatte für eine engere Zusammenarbeit in "klaren und vernünftigen" Strukturen plädiert. Die Oldenburger Synode betonte, dass der Reformprozess in der eigenen Landeskirche Vorrang habe, und Schaumburg-Lippe wies die Überlegungen als "verfrüht und kontraproduktiv" zurück. Dagegen reagierte die reformierte Kirche zurückhaltend, aber grundsätzlich gesprächsbereit. Allein das hannoversche Kirchenparlament sprach sich für einen Zusammenschluss aus.



Bei der am Donnerstag in Emden tagenden Synode der Evangelisch-reformierten Kirche sagte Kirchenpräsident Jann Schmidt, er befürchte das Ende der Konföderation. Die Debatten über ein Zusammengehen seien gescheitert. Es sei davon auszugehen, dass die Synode der hannoverschen Landeskirche im nächsten Sommer eine Kündigung des Vertrages beschließen werde. "Ich kann einen solchen Schritt als Reaktion auf die fehlende Bereitschaft der kleineren Kirchen, sich auf einen Weg hin zu einer großen Kirche zu begeben, nur schwer nachvollziehen", sagte Schmidt.



Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen hatten 1971 eine Konföderation gebildet, um ihre Interessen gegenüber dem Land Niedersachsen gemeinsam zu vertreten und um Gemeinschaftsaufgaben wahrzunehmen. Zu ihren Einrichtungen gehören die Evangelische Erwachsenenbildung, der Kirchliche Dienst in Polizei und Zoll und der Verband Evangelische Publizistik Niedersachsen-Bremen, in dem auch die Bremische Evangelische Kirche Mitglied ist.



epd lnb lau mil / 12.11.2009

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen



+++++



Weber: Kaum noch Chancen für Konföderation niedersächsischer Kirchen




Goslar (epd). Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber sieht kaum noch Chancen für den Fortbestand der 1971 gebildeten Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Dennoch sollten die Landeskirchen von Braunschweig, Oldenburg, Hannover, Schaumburg-Lippe und die Evangelisch-reformierte Kirche ihre Zusammenarbeit in möglichst vielen Bereichen fortsetzen, sagte Weber am Freitag im epd-Gespräch. Weber ist Vorsitzender des Rates der Konföderation.



Die Kooperation müsse neu geregelt werden, nachdem die hannoversche Landeskirche den Konföderationsvertrag offensichtlich kündigen wolle. Die Gespräche darüber hätten begonnen, sagte Weber. Betroffen sei zum Beispiel die Evangelische Erwachsenenbildung, bei der es auch um Arbeitsplätze gehe. Die Konföderation sei außerdem für die evangelische Publizistik und den Kirchlichen Dienst in Polizei und Zoll zuständig.



Probleme sieht Weber auch für das kirchliche Arbeitsrecht, für das die Arbeits- und Dienstrechtliche Kommission der Konföderation zuständig ist. Die kirchliche Gerichtsbarkeit werde von einem gemeinsamen "Rechtshof" ausgeübt. Weber geht davon aus, dass bisher konföderierte Einrichtungen notfalls Einzelverträge mit den Landeskirchen schließen müssen.



Außerdem müsse dann künftig für einen Beauftragten der Kirchen beim Landtag und der Landesregierung ein Büro in Hannover eingerichtet werden. Dieser Beauftragte sei dann der Ansprechpartner für das Land und nicht mehr ein Bischof oder eine Bischöfin.



epd lnb lau mil / 13.11.2009

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen