Medientag der Landeskirche

Nachricht 03. November 2009

Im Rahmen des Jahresthemas der Landesbischöfin "Kirche und Medien" hatten die Informations- und Pressestelle der Landeskirche und das Lutherische Verlagshaus am gestrigen Montag alle Medienmacher der Landeskirche zu einem Medientag eingeladen. Insgesamt 120 Personen waren der Einladung nach Hannover gefolgt. Öffentlichkeitsbeauftragte aus Kirchenkreisen und Sprengeln, Fundraiser, Superintendenten und interessierte Ehrenamtliche, die vor Ort die Kirche gegenüber den Medien vertreten, nutzten den Tag um sich fortzubilden und Kontakte zu pflegen.

In einem Vortrag gab Matthias Kamann von der Tageszeitung "Die Welt" den kirchlichen Medienleuten den Ratschlag: "Weniger offizielle Verlautbarungen und bischöfliche Pressekonferenzen aber mehr Beispiele für kirchliches Engagement, dann kommt Kirche in den Medien vor." Mit glaubwürdiger diakonischer Arbeit könne die Kirche für sich werben. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion sagte der Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd), Thomas Schiller, die Kirche habe in den vergangenen fünf Jahren wieder mehr öffentliches Gehör gefunden, weil sie klar mit bestimmten Gesichtern verbunden werde. Schiller warnte die Kirche jedoch, hinter Trends herzulaufen: "Die Medien schreiben Trends und Stars hoch, sie sind aber genauso ungnädig, Trends wieder kaputt- und Stars niederzuschreiben", sagte er: "Wir brauchen keine Stars, wir brauchen Persönlichkeiten." 

Landesbischöfin Käßmann, die als Ratsvorsitzende das neue Gesicht des Protestantismus in Deutschland ist, sagte im Blick auf ihr neues Amt: "Mir wird ein bisschen mulmig, wenn ich bedenke, dass alles, was ich sage, auf die Goldwaage gelegt wird. Als Landesbischöfin kann ich auch mal provozieren, als Ratsvorsitzende muss ich abgewogene EKD-Positionen vertreten." Zugleich plädierte sie dafür, in einzelnen Fällen auch vermeintliche Mediengesetze zu durchbrechen. So müsse in einem Fernseh-Gottesdienst auch einmal 15 Minuten gepredigt werden dürfen, weil dies zur evangelischen Kirche gehöre: "Wir dürfen nicht alles kurz und knackig machen." Ein Fernseh-Team hatte am Reformationstag Käßmanns Predigt auf sieben Minuten beschränkt.

Der Nachmittag war der Fortbildung gewidmet: Die Teilnehmer konnten in Praxisworkshops die Kenntnisse für ihren Berufsalltag vertiefen. Dabei konnten Sie zwischen 13 verschiedenen Themen wählen wie zum Beispiel "Tipps für gute Umgangsformen", "Schreiben für die Presse" oder "Interviewtraining". Zum Tagesabschluss hielt die Landesbischöfin einen Vortrag zum Thema "Was die Kirche von den Medien erwartet und die Medien von der Kirche." Die Diskussionen, Vorträge und Begegnungen am Medientag haben gezeigt, dass die Landeskirche mit ihren Beauftragten in allen Kirchenkreisen über ein großes Netzwerk verfügt, das ein professionelles Gegenüber für die Medien ist. 

3.11.2009/ Informations- und Pressestelle mit Internetarbeit
Angelika Wiesel