Verstorbener Landessuperintendent Horch nach bewegender Trauerfeier beigesetzt

Nachricht 01. November 2009

Stade (epd). Nach einer bewegenden Trauerfeier ist am Sonntag der verstorbene evangelische Landessuperintendent des Sprengels Stade, Manfred Horch, im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Der leitende Theologe war am Dienstag im Alter von 61 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung gestorben. "Wir verlieren mit ihm einen Mann, der beides leidenschaftlich war: Familienvater und Regionalbischof", sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in ihrer Trauerrede in der überfüllten St.-Wilhadi-Kirche Stade.

Horch wurde genau acht Jahre nach seiner Amtseinführung als Landessuperintendent beerdigt. Käßmann, die die Todesnachricht kurz vor ihrer Wahl zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Ulm erreichte, bezeichnete ihn als einen sanftmütigen und fröhlichen Mann, dem Verkündigung und Seelsorge am Herzen lagen. Er sei für eine menschenfreundliche und menschenwürdige Welt eingetreten und habe Fehlentwicklungen in Wirtschaft und Politik beim Namen genannt. "Er hat sich starkgemacht für eine Gesellschaft, in der Familien gerechte Bedingungen vorfinden und Benachteiligte zu ihrem Recht kommen." 

Immer wieder habe Horch aus der Sicht des Evangeliums Antworten auf brennende Gegenwartsfragen formuliert. Anderen Menschen sei er dabei nicht mit Vorurteilen begegnet, sondern habe zugehört und versucht, die Perspektive des Gegenübers einzunehmen. Gegen den Krebs habe er auch aus seinem Glauben heraus mit Zuversicht gekämpft. "Alle seine Kraft wollte er daran setzen, heute am 1. November seinen Dienst wieder aufnehmen zu können. Nun müssen wir ihn zu Grabe tragen."

Vor seinem Amtsantritt als Regionalbischof des Elbe-Weser-Raums war Horch mehr als zehn Jahre Superintendent des Kirchenkreises Norden in Ostfriesland. Er wurde in Bredstedt bei Husum geboren und wuchs in der Nähe von Freiburg im Breisgau auf. Dort lernte und arbeitete er auch als Zahntechniker.

Horch war der erste Landessuperintendent der hannoverschen Landeskirche, der über den zweiten Bildungsweg in das Amt kam. Der damalige Stader Landessuperintendent Martin Kruse ordinierte ihn 1976 in Fredenbeck, wo er bis 1985 Gemeindepastor war. Bis 1990 war er Studentenpfarrer in Hannover und ging dann nach Norden. Horch hinterlässt neben seiner Ehefrau drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder.

Sozialethische Fragen waren ihm besonders wichtig: Er engagierte sich unter anderem als Vorsitzender der Deutschen Seemannsmission Hannover und leitete das Kuratorium des Evangelischen Bildungszentrums Bad Bederkesa. Er war auch Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Hospitals in Lilienthal. Er förderte mit öffentlichen Auftritten und einem von ihm initiierten Jahresempfang Begegnungen zwischen Vertretern aus Kirche und Gesellschaft.

Der Sprengel Stade ist mit rund 590.000 evangelischen Christen einer von sechs Kirchenbezirken in der hannoverschen Landeskirche. Zu seinen elf Kirchenkreisen gehören knapp 200 Gemeinden. Die Landessuperintendenten führen die geistliche Aufsicht, ordinieren Pastorinnen und Pastoren und vertreten die Kirche in der Öffentlichkeit. Gemeinsam bilden sie unter Vorsitz von Landesbischöfin Margot Käßmann den Bischofsrat, der eines der sechs Leitungsorgane der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland ist.

Internet: www.sprengel-stade.de

epd lnb sel mir/1.11.2009
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