Welterbe-Kunstwerk Christussäule vorübergehend in St. Michaeliskirche zu sehen

Nachricht 28. August 2009

Hildesheim (epd). Die zum Weltkulturerbe gehörende Christussäule aus dem katholischen Dom in Hildesheim kehrt an ihren Ursprungsort zurück. Sie ist vom 30. September an in der evangelischen St. Michaeliskirche am Rand der Innenstadt zu sehen, die ebenfalls zum Weltkulturgut gehört, teilte ein Sprecher der Michaeliskirche mit. Grund dafür ist die rund 24,5 Millionen teure Sanierung des Doms. Mit dem Abschluss der Sanierung voraussichtlich im Jahr 2014 werde die Säule in den Dom zurückkehren.



Die Christussäule ist ein Bronzekunstwerk aus dem elften Jahrhundert und zählt seit 1985 zum Weltkulturerbe der Unesco. Ursprünglich war sie für die 1010 gegründete romanische St. Michaeliskirche angefertigt worden, die Grabeskirche des Bischofs Bernward von Hildesheim (etwa 960-1022).


In der Zeit der französischen Besatzung unter Napoleon wurde die Kirche auf Anordnung von König Jerome Bonaparte (1784-1860) im Jahr 1809 geschlossen. Sie wurde später als Kegelbahn, Wandelhalle und Scheune genutzt. Daraufhin sollte auch die Christussäule eingeschmolzen werden. Eine Initiative historisch interessierter Bürger bewahrte die Säule vor ihrem Schicksal. Das Kunstwerk wurde daraufhin auf dem Domhof aufgestellt.


Die beiden Konfessionen sind in Hildesheim durch die Kunstdenkmäler auf besondere Weise verbunden. Für die Krypta in der evangelischen Michaeliskirche mit dem Grab von Bischof Bernward ist die katholische Kirche zuständig. Die kostbare Säule aus der evangelischen Kirche zierte bisher den katholischen Dom. Auch der Domschatz zählt seit fast 25 Jahren zum Weltkulturerbe der Unesco in Hildesheim.


Die im Stil einer mittelalterlichen Burg errichtete Michaeliskirche feiert im kommenden Jahr ihr 1.000-jähriges Gründungsjubiläum. Dafür wird sie derzeit umfassend restauriert.


Internet: www.michaelis2010.de





epd lnb now mig / 28.8.2009

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