Kirche in Hannover unterstützt Demonstration gegen NPD

Nachricht 27. August 2009

Hannover (epd). Die evangelische Kirche unterstützt die geplante Demonstration am 12. September gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD in Hannover. "Nazis haben hier keinen Rückhalt und haben in Hannover nichts verloren", schreibt der derzeitige stellvertretende Stadtsuperintendent Christian Sundermann in einem Brief an die Kirchengemeinden. Die demokratischen Kräfte in der Gesellschaft dürften der Demonstration nicht einfach nur zuschauen.

Der niedersächsische NPD-Landesvorsitzende Adolf Dammann hatte für den 12. September einen Aufmarsch mit rund 200 bis 300 Teilnehmern in Hannover angemeldet, der anders als im Frühjahr bisher nicht untersagt werden konnte. Die Behörden verboten der Partei jedoch, durch die Innenstadt zu ziehen. Ein Bündnis von rund 60 Parteien, Verbänden, Kirchen, Gruppen und Initiativen unter Federführung des Deutschen Gewerkschaftsbundes plant für diesen Tag eine Gegendemonstration am Rand der Innenstadt mit bis zu 5.000 Teilnehmern. Als Redner hat bisher unter anderem der Präsident des Fußball-Clubs Hannover 96, Martin Kind, zugesagt.

Der Stadtkirchenvorstand habe beschlossen, sich dem Aufruf des DGB anzuschließen, sagte Sundermann. Die evangelischen Gemeinden und Einrichtungen sollten dazu beitragen, dass die Aktion gegen die Neonazis ein "eindeutiges und unüberhörbares Zeichen der gesamten Stadt Hannover wird". Das könne nur gelingen, wenn möglichst viele die Kundgebung am 12. September besuchten, bei der auch ein Vertreter der Kirchen sprechen werde. Ob die Kirchen Andachten zu diesem Anlass anbieten, stehe noch nicht fest. Zum evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband gehören rund 216.000 Christen in 64 Gemeinden.

Bereits am 1. Mai hatten in Hannover rund 20.000 Menschen gegen Rechtsextremismus protestiert. Anlass waren Pläne von Rechtsextremisten zu einem Aufmarsch mit mehr als 1.000 Teilnehmern, der jedoch von Polizei und Justiz mit dem Hinweis auf drohende Gewalt verboten worden war. Erstmals hatten damals Protestanten, Katholiken und Orthodoxe zu gemeinsamen Feiern eingeladen. Etwa 700 Christinnen und Christen versammelten sich vorab zu vier ökumenischen Andachten.

epd lnb mig mil/27.8.2009
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