Rocker im Gotteshaus: Kirche distanziert sich von Musikvideo

Nachricht 23. August 2009

Hannover (epd). Die evangelische Kirche in Hannover hat sich von einem Musikvideo des Rappers Memo distanziert. Bei den Aufnahmen für den Clip in der hannoverschen Lutherkirche waren auch Motorradrocker der "Hells Angels" beteiligt. "Wenn die Hintergründe des Künstlers vorher bekannt gewesen wären, hätte es die Bereitstellung der Lutherkirche für dieses Video nicht gegeben", sagte Superintendent Christian Sundermann. Die Kirche wolle jedoch keine rechtlichen Schritte einleiten. Das Video mit dem Song "Frei wie ein Engel" wurde am Wochenende in Hannover erstmals öffentlich präsentiert.

Sundermann wertete das Video des hannoverschen Rappers als künstlerischen Beitrag, der provozieren solle. Diesem Ziel dienten die Bilder aus der Kirche. Einzelne Szenen könnten für manche Menschen die Grenze zur Geschmacklosigkeit überschreiten. Religiöse oder kirchliche Inhalte würden jedoch nicht abgewertet. Auch Gewalt werde nicht verherrlicht. Solange mit dem Video keine Werbung für die "Hells Angels" gemacht werde, verzichteten der Stadtkirchenverband und die Luther-Kirchengemeinde auf Rechtsmittel.

Die Kirchengemeinde habe zuvor einmal erfolgreich mit dem Produzenten des Clips, Kai Ole Petersen, zusammengearbeitet, hieß es. Deshalb habe es aus ihrer Sicht keinen Anlass zu Befürchtungen gegeben, das die Kirche durch weitere Dreharbeiten geschädigt werden könne. Anwohner der Lutherkirche hatten berichtet, dass bei den Dreharbeiten im Juli neben den "Hells Angels" an einem Seiteneingang "leicht bekleidete Damen" und Männer mit Kampfhunden zu sehen waren.

Internet: www.lutherkirche-hannover.de/

epd lnb mig mir/23.8.2009

Copyright www.epd-niedersachsen-bremen.de