Landesbischöfin auf Stadtbahnfahrt gegen Kinderarmut

Nachricht 18. August 2009

Hannover (epd). In der Debatte um die Arbeitslosigkeit wird nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann zu selten an die Kinder gedacht. "Sie leiden jedoch besonders darunter", sagte Käßmann am Dienstag in Hannover. Die evangelische Bischöfin hatte als Schirmherrin der landeskirchlichen Initiative "Zukunft(s)gestalten - Allen Kindern eine Chance" die 185 Paten des Projekts zu einer "Patenfahrt" mit einer bunt bemalten Stadtbahn eingeladen, die zurzeit in Hannover für das Projekt wirbt.



"Die finanzielle Unterstützung der Paten aus ganz Niedersachsen ist ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Kinderarmut und damit im Kampf um die nachfolgende Generation", sagte Käßmann. Kinder aus sozial schwachen Familien würden in der Schule häufig ausgeschlossen und gehänselt. Um jedem Kind eine gute Startmöglichkeit zu bieten, seien Bildung und Integration aber wichtige Faktoren auf dem Weg aus der Armut. In Deutschland lebe jedes sechste Kind unter der Armutsgrenze. Allein in Niedersachsen seien das rund 200.000 Kinder.



Die hannoversche Landeskirche hatte im vergangenen Jahr rund eine Million Euro als Anschubfinanzierung für Einzelprojekte gegen Kinderarmut zur Verfügung gestellt. Inzwischen gibt es rund 80 Initiativen, die sich vor Ort engagieren. Sie bieten Kindern etwa ein warmes Mittagessen und Nachhilfe-Unterricht an und stellen ihnen eine Erstausstattung für die Schule zur Verfügung. Dafür spenden die Paten im Durchschnitt 30 Euro im Monat.



Die 83-jährige Annemarie Meyer aus Rotenburg sagte während der Stadtbahnfahrt, sie habe selbst vier Kinder unter schwierigen sozialen Bedingungen erzogen: "Anderen soll es nicht so gehen, deshalb habe ich eine Patenschaft übernommen." Da es sich um ein kirchliches Projekt handele, habe sie von Anfang an darauf vertraut, dass das Geld gut angelegt sei.



Internet: www.zukunftsgestalten.de




epd lnb now mil / 18.8.2009

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