Erstmals wird früheres Kirchengebäude in Hannover abgerissen

Nachricht 16. August 2009

Hannover (epd). Erstmals soll an diesem Montag ein früheres Kirchengebäude der hannoverschen Landeskirche abgerissen werden. Die ehemalige evangelische Messiaskirche im Stadtteil Groß-Buchholz war zum Jahresende 2008 entwidmet und an die Klosterkammer Hannover verkauft worden. Durch den Abriss solle Platz für Stadthäuser geschaffen werden, teilte die Klosterkammer Hannover mit.



Bei der Messiaskirche aus dem Jahr 1966 handelt es sich um einen einstöckigen Flachdach-Bau, dem ein Gemeindezentrum angeschlossen ist. Trotz intensiver Suche hatte die Landeskirche im vergangenen Jahr keinen Nachnutzer für die Immobilie gefunden. Das Gebäude selbst weiter zu unterhalten, erwies sich als zu teuer, vor allem wegen der hohen Energiekosten. Die immer kleiner werdende Kirchengemeinde mit damals noch 1.150 Mitgliedern wurde mit einer Nachbargemeinde zusammengelegt.



Das 632 Quadratmeter große Grundstück ist Teil einer Fläche, auf der die Klosterkammer 30 moderne Stadthäuser, vier Häuser mit Wohnungen für Freiberufler sowie Maisonette-Wohnungen und ein Gemeinschaftshaus errichten will. Die Häuser sollen zum Teil vermietet und zum Teil verkauft werden. Die wichtigste Zielgruppe seien Familien mit Kindern. Im Gespräch sei auch eine Kindertagesstätte. Die Planung soll gemeinsam mit der Stadt Hannover in diesem Herbst beginnen. Bei einem reibungslosen Verfahren könnten die ersten Häuser 2011 übergeben werden.



Die evangelische Kirche hatte in Hannover in den vergangenen Jahren mehrere Kirchen aufgegeben. 2007 wurde die Gustav-Adolf-Kirche im Stadtteil Leinhausen aus dem Jahr 1971 verkauft und zu einem jüdischen Kulturzentrum mit Synagoge umgebaut. In diesem Juni wurde die Maria-Magdalenen-Kirche aus dem Jahr 1962 entwidmet, die ebenfalls an ein Gemeindezentrum angeschlossen ist. Deren Zukunft ist noch offen.



Der derzeitige kirchliche Gebäudebestand der evangelischen Kirche in Hannover ist nach Angaben des Stadtkirchenverbandes auf rund 400.000 Menschen ausgelegt. Heute gebe es aber nur noch 216.000 evangelische Christen. Die demografische Entwicklung und schwindende Finanzen führten dazu, dass immer mehr Gemeinden zusammengelegt würden.




epd lnb mig mil / 16.8.2009

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