"12 Orte - 12 Gespräche": Gutes Design zeichnet sich durch Nachhaltigkeit aus

Nachricht 10. August 2009

Springe/Reg. Hannover (epd). Gutes Design von Alltagsdingen zeichnet sich nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann durch Haltbarkeit und Nachhaltigkeit aus. "Es wirkt langfristig und kommt nicht so schnell aus der Mode", sagte Käßmann am Montagabend in Springe bei Hannover in der zweiten Folge der Talkreihe "12 Orte - 12 Gespräche". Die neue Sendereihe der evangelischen Landeskirche Hannover wird live über Internet-Fernsehen ausgestrahlt (www.12orte.de). Aus ökologischer Sicht seien Formen geboten, die man nicht so schnell wegwerfe, sagte die Landesbischöfin. Eine Wegwerf-Gesellschaft belaste die Umwelt. Es müsse auch eine "Ethik des Genug" geben.

In einem Baumarkt diskutierte Käßmann mit den Vorstandsvorsitzenden der Büromöbel-Firma Wilkhahn, Joachim Hahne. Sie selbst bevorzuge etwa bei Möbeln und Kleidern klassische Formen, an denen sie sich nicht so schnell satt sehe, sagte sie. Mit Blick auf die Architektur von Kirchen hob die Bischöfin die St. Michaeliskirche in Hildesheim hervor, die im kommenden Jahr ihr 1.000-jähriges Gründungsjubiläum feiert: "Diese Säulen und Bögen begeistern mich 1.000 Jahre später noch genauso wie die Menschen, die sie damals gebaut haben."

Hahne sagte, auch sein Unternehmen setze auf langlebige und zugleich schön gestaltete Produkte. Allerdings habe das ökologische Argument auf dem Markt einen schweren Stand. Viele Menschen lebten erst im fortgeschrittenen Alter mit ökologischen Produkten: "Weil sich ihr Leben dann erdet." Junge Menschen dagegen wollten häufig ungern an ihre Verantwortung für die Umwelt erinnert werden. Die Firma Wilkhahn erhielt für ihre Büromöbel zahlreiche Designer-Preise.

Bei der neuen Sendereihe "12 Orte - 12 Gespräche" will Bischöfin Käßmann an zwölf für die Kirche ungewöhnlichen Orten mit besonderen Menschen ins Gespräch kommen. Die hannoversche Landeskirche hat dafür als erste in Deutschland mit einer neuen Technik ein Format entwickelt, das in Fernsehqualität im Internet verfolgt werden kann. Das Projekt in Zusammenarbeit mit der Hanns-Lilje-Stiftung wurde gemeinsam vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen, dem Lutherischen Verlagshaus Hannover und der Kanzlei der Bischöfin entwickelt.

In der nächsten Folge diskutiert Käßmann am 29. September in einer Scheune in Imbshausen bei Northeim mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Saatgutzüchters KWS-Saat AG, Andreas J. Büchting, über das Thema "Was der Mensch sät, wird er ernten". Der Saatgut-Hersteller sorgte unter anderem mit Gentechnik-Versuchen für Aufsehen. Am 1. Oktober spricht sie mit Kindern in einer hannoverschen Stadtbahn. Mit ihrem Friseur Peter Grontzki will sie am 8. Oktober im Friseursalon über Gott und die Welt reden.

Eine Aufzeichnung des Gespräches können Sie ab 11.8. gegen Abend im Internet auf www.12orte.de ansehen.