Geistlicher Vizepräsident de Vries widerspricht Fernsehpfarrer Fliege

Nachricht 30. Juli 2009

Hannover (epd). Der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Kirchen in der Seelsorge versagten. Der Fernsehpfarrer Jürgen Fliege hatte den Kirchen in einem Zeitungsinterview unterstellt, sie seien "in Sachen Seele schlicht inkompetent". De Vries sagte am Donnerstag dem epd, das Gegenteil sei der Fall: "Die Seelsorge ist die Kernkompetenz der Kirchen, für die wir unsere Mitarbeiter ausbilden und für die wir von den Menschen nachgefragt werden."


Die Seelsorge lebe von den persönlichen Gesprächen mit Menschen und ihrer verlässlichen Begleitung in allen Situationen des Lebens: "Diese persönliche Beziehung kann nicht durch das Fernsehen ersetzt werden", sagte de Vries. Fliege hatte gesagt, er mache die Erfahrung, dass der einzelne Zuschauer ihm vertraue, weil er als Moderator keine Scheu vor den großen Gefühlen zeige.


De Vries betonte, kirchliche Mitarbeiter seien bei allen Wechselfällen des Lebens von der Geburt bis zum Tod dabei. In speziellen Ausbildungen für die Arbeit in der Notfall- und Krankenhausseelsorge sowie in Palliativstationen und Hospizen werde Seelsorge auch ganz praktisch vermittelt und eingeübt. Im Mittelpunkt stehe das Zuhören, Einfühlen und Unterstützen sowie die Ermutigung zum Erzählen und Aussprechen. Dies geschehe auch immer vor dem Hintergrund der spirituellen Dimension des Lebens und der befreienden Perspektive des Evangeliums.





epd lnb mil / 30.7.2009

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen