Proteste gegen "Hells Angels" in hannoverscher Kirche

Nachricht 24. Juli 2009

Hannover (epd). Die Aufnahmen zu einem Videoclip in der hannoverschen Lutherkirche haben in der Öffentlichkeit für Unruhe gesorgt. Die Kirchengemeinde hatte nach Angaben einer Kirchensprecherin ihre Jugendkirche an den Regisseur Kai Ole Petersen für einen Videodreh vermietet. Sie habe nicht gewusst, dass an den Dreharbeiten auch Motorradrocker der "Hells Angels" teilnehmen würden, heißt es in einer Erklärung des Stadtkirchenverbandes von Freitag. "Wir fühlen uns getäuscht", sagte der stellvertretende Stadtsuperintendent Thomas Höflich. Die Vereinbarung sei so nicht getroffen worden: "Der Nutzungsvertrag ist für uns damit ungültig."



Anwohner hatten einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" von Freitag zufolge am vergangenen Montagabend beobachtet, dass neben den "Hells Angels" an einem Seiteneingang auch "leicht bekleidete Damen und Jungs mit Kampfhunden" zu sehen waren. Höflich betonte, dass weder die Kirchengemeinde noch der Stadtkirchenverband über die Inhalte und die Ausrichtung des Videoclips informiert gewesen seien. "Wir distanzieren uns ausdrücklich von den Inhalten, für die die 'Hells Angels' stehen und bedauern diesen Vorfall außerordentlich." Die Kirche behalte sich die Prüfung rechtlicher Schritte vor.



Da Regisseur Petersen vor einigen Jahren schon einmal eine Kirche für die Produktion eines Videos gemietet hatte, habe niemand Bedenken gehabt, sagte die Sprecherin weiter. Petersen habe der Gemeinde zugesichert, dass sie das Video vor der Veröffentlichung sehen könne. Es handelt sich um das Debütalbum des hannoverschen Rap-Musikers Memo und den Song "Frei wie ein Engel". Unter den Anwesenden soll nach Angaben der Zeitung auch der hannoversche Präsident der "Hells Angels", Frank Hanebuth, gewesen sein, der wegen Körperverletzung bereits dreieinhalb Jahre in Haft gewesen sei.



epd lnb mil mir / 24.7.2009

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