Geistlicher Vizepräsident: Atomares Endlager kein Wahlkampfthema

Nachricht 23. Juli 2009

Hannover/Gorleben (epd). Die Diskussion um ein atomares Endlager sollte nach Ansicht des Geistlichen Vizepräsidenten des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, nicht als Wahlkampfthema missbraucht werden. "Bei der Frage, wo der Atommüll aus den Kraftwerken endgelagert wird, geht es um zeitliche Dimensionen, die sich unserer Vorstellungskraft entziehen", schreibt de Vries in der zum Sonntag in Hannover erscheinenden Evangelischen Zeitung. Darum eigne sich das Thema nicht für den Wahlkampf oder das mediale Sommerloch.



De Vries warnte gleichzeitig die Politiker davor, die Frage nach dem Endlager zu verdrängen. Das Moratorium für die weitere Erkundung des Salzstockes Gorleben als mögliches Endlager laufe im kommenden Jahr aus. Es reiche nicht aus, Gorleben als einzige Möglichkeit zu nennen, mahnte der Vizepräsident: "Solange nicht andere Optionen nach gleichen Kriterien geprüft sind, ist Gorleben nicht der Endlagerstandort."


Die Kirche engagiere sich auch auf Bitten der Politik, damit der Dialog weitergeführt werden könne, so de Vries. Dazu habe eine Tagung in Loccum bei Nienburg beigetragen, die alle Lager an einen Tisch gebracht hat. Zudem habe die Landeskirche einen Pastor aus dem Wendland als Vertreter in der Endlagerdiskussion beauftragt. Die Landeskirche engagiere sich, weil sie ein Mandat für die Bewahrung der Schöpfung und die Sicherheit der nachkommenden Generationen habe.





epd lnb mir mil / 23.7.2009

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