Neuer Zentralausschuss der KEK gewählt

Nachricht 20. Juli 2009

Lyon. Die 13. Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat zum Abschluss ihrer Tagung am Montag, 20. Juli, in Lyon einen neuen Zentralausschuss gewählt. Aus Deutschland gehören dem 40köpfigen Leitungsgremium Frank O. July, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, Cordelia Kopsch, Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Dine Fecht, Leiterin der Europa-Abteilung im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie Silke Tosch vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden an. Dine Fecht und Cordelia Kopsch gehörten bereits dem bisherigen Zentralausschuss an.


Die Vollversammlung, die seit dem 15. Juli in Frankreich tagte, war geprägt von Diskussionen um eine grundlegende Neuorientierung der KEK. Am Freitag, 17. Juli, hatten die Delegierten der 126 Mitgliedskirchen mit der Einsetzung einer Arbeitsgruppe und dem Beschluss, die nächste Vollversammlung bereits zwei Jahre früher als regulär geplant abzuhalten, einen umfassenden Reformprozess auf den Weg gebracht. Der Reformbeschluss war unter anderem auf einen Antrag der EKD hin zustande gekommen. „Die EKD hat durch ihren Reformantrag ihr grosses Engagement deutlich gemacht – und diesen Weg wollen wir jetzt konstruktiv weiter begleiten“, sagte Landesbischof July nach der Wahl. „Mir ist es schon lange ein Anliegen, die Stimme der Kirchen bei den europäischen Institutionen und den Entscheidungsträgern deutlicher zu Gehör zu bringen“, so Landesbischof July. Dazu müsse sich die KEK künftig stärker auf einige wenige Schwerpunktthemen konzentrieren. „Unsere Erfahrung ist, dass unsere Stimme eher gehört wird, wenn wir sie gemeinsam erheben.“


Auch der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte, zeigte sich zum Abschluss der Vollversammlung zufrieden. Bei der Neuausrichtung gehe es nicht nur um strukturelle und damit verbundene juristische Fragen, sondern auch um die inhaltliche Arbeit, erklärte Schindehütte. Dies sei auch im Bericht des Weisungsausschusses für Grundsatzfragen, der dem neuen Zentralausschuss Hinweise für seine Tätigkeit gibt, sehr deutlich geworden.


Der Zentralausschuss ist das Leitungsgremium der KEK zwischen den Vollversammlungen. Auf seiner ersten regulären Sitzung, voraussichtlich im Dezember, werden die Mitglieder einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende sowie zwei stellvertretende Vorsitzende wählen. Mit sieben zusätzlichen Personen aus dem Zentralausschuss bilden sie das Präsidium, das als Exekutivausschuss des Zentralausschusses fungiert.


Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist eine Gemeinschaft von 126 orthodoxen, protestantischen und alt-katholischen Kirchen sowie 43 assoziierten Organisationen in allen Ländern des europäischen Kontinents. Die KEK wurde 1959 gegründet und hat Büros in Genf, Brüssel und Strassburg.



20. Juli 2009

Pressestelle der EKD

Silke Römhild