Hermannsburger Missionsseminar richtet sich neu aus

Nachricht 11. Juli 2009

Celle/Göttingen (epd). Das Missionsseminar in Hermannsburg bei Celle richtet seine Arbeit neu aus. Die mehr als 150 Jahre alte theologische Ausbildungsstätte des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen startet im Oktober gemeinsam mit der Universität Göttingen den neuen Master-Studiengang "Interkulturelle Theologie", sagte der Leiter des Missionsseminars, Frieder Ludwig, am Freitag. Eine volle Ausbildung für Theologen werde es mit dem Abschluss der letzten Absolventen im Jahr 2012 in Hermannsburg nicht mehr geben. Das Seminar ist die einzige landeskirchliche Einrichtung in Deutschland, die Pastorinnen und Pastoren gezielt für den Auslandsdienst schult.



Der neue Studiengang in Göttingen und Hermannsburg werde von der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen verantwortet, sagte Ludwig. Das international ausgeschriebene Studium wird in Englisch erteilt und schließt nach zwei Jahren mit einem Master-Titel ab. Unter den bis zu 20 Teilnehmern eines Jahrganges sollen immer auch ausländische Studierende sein. Für Oktober gebe es bereits mehr als ein Dutzend Bewerber. In Hermannsburg würden weiterhin Sprachkurse in Latein, Griechisch und Hebräisch angeboten, hieß es.



Das Studium "Interkulturelle Theologie" richte sich an Studenten mit einem Bachelor in Theologie, anderen Geistes- oder auch Wirtschaftswissenschaften, sagte Ludwig. Es könne für spätere Mitarbeiter von Missionswerken oder Entwicklungsorganisationen interessant sein. Ein Semester sollen die Studenten im Ausland verbringen, zum Beispiel in Indien, Ghana, Äthiopien oder dem Libanon. Dort sollten sie Forschungsprojekte etwa über den Kampf gegen Aids oder zur Missionsgeschichte übernehmen.



"Wir wollen Brückenbauer ausbilden", erläuterte Ludwig: "Während die Zahl der Christen in Europa zurückgeht, steigt sie in Afrika, Lateinamerika und auch in Asien stark an." Bis zum Jahr 2025 werde sich die Zahl der Christen dort von etwa 330 Millionen im Jahr 2000 auf rund 660 Millionen verdoppelt haben.



Die Neuausrichtung sei durch Einsparungen in der hannoverschen Landeskirche nötig geworden, erläuterte Missionsdirektorin Martina Helmer-Pham Xuan. Deren Zuschüsse seien deutlich gekürzt worden. Zugleich sei die Zahl der Theologiestudenten gesunken: "Das Seminar war nicht mehr wirtschaftlich." Hannover ist die größte der drei Trägerkirchen des Missionswerkes. Von der Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät Göttingen profitierten beide Seiten, betonte die Direktorin. Das Missionswerk mit 19 Partnerkirchen in 17 Ländern bringe zusätzliche internationale Kontakte ein.



Internet: www.elm-mission.net


epd lnb mir mig / 10.7.2009

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