Konferenz Europäischer Kirchen - Die „protestantische“ Stimme deutlich vertreten

Nachricht 10. Juli 2009

Eiserner Vorhang in Europa fiel auch durch Hilfe der Kirchen



Hannover (epd). Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, hat die Rolle der Kirchen im europäischen Einigungsprozess gewürdigt. "Der eiserne Vorhang zwischen Ost und West wurde auch durch den Einsatz der Kirchen, durch die Gebete der Menschen und den friedlichen Widerstand der Christen überwunden", sagte der Bischof vor der am Mittwoch in Lyon beginnenden Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).



Er sei sehr dankbar für die Rolle der Konferenz Europäischer Kirchen während der Teilung Europas, fügte Schindehütte hinzu. Inzwischen stellten sich den Kirchen in Europa neue Herausforderungen: "Unser Anliegen ist es, in der Europäischen Union und in ganz Europa das Zeugnis der Kirchen wirkungsvoll hörbar zu machen: im kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Bereich."



Rund 750 Vertreter evangelischer, orthodoxer, anglikanischer und alt-katholischer Kirchen werden vom 15. bis 21. Juli in Frankreich zur 13. KEK-Vollversammlung erwartet. Schindehütte leitet die EKD-Delegation. Am 16. und 17. Juli werde der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, die internationale Konferenz besuchen, hieß es weiter.



Bei ihrer alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlung will die Konferenz Europäischer Kirchen auf ihre Ursprünge zurückblicken und über die künftige Ausrichtung der ökumenischen Organisation beraten. Das Treffen im französischen Lyon steht unter dem Motto "Zur einen Hoffnung in Christus berufen".



Der vor 50 Jahren gegründete Dachverband von rund 120 anglikanischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen dient der politischen Begleitung von Europarat und Europäischer Union sowie dem Austausch und der theologischen Annäherung der Mitgliedskirchen aus Gesamteuropa. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied des Kirchenbundes. Allerdings arbeiten die KEK und der katholische Rat der Europäischen Bischofskonferenzen eng zusammen. Beide sind Veranstalter der Europäischen Ökumenischen Versammlungen.



Internet: www.cec-kek.org



epd lnb/bas mil / 13.7.2009

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen



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Die „protestantische“ Stimme deutlich vertreten



Lyon / Hannover. „Miteinander werden wir darüber beraten, wo unsere Hoffnung für die Menschen in Europa konkret wird“, erläutert Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer, Hannover. Und welchen Beitrag die europäischen Kirchen angesichts vielfältiger Herausforderungen leisten könnten, fügt er hinzu.



Kiefer, KEK-Delegierter der Landeskirche Hannovers, nimmt gemeinsam mit Imke Guse, Diplom-Sozialwirtin aus Weyhe (Sprengel Osnabrück), an der Vollversammlung teil.


Auf der Tagesordnung der Konferenz stehen neben Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen der KEK eine Bestandsaufnahme der Arbeit in den vergangenen sechs Jahren seit der letzten Vollkonferenz in Trondheim/Norwegen sowie Überlegungen zu einer Neuausrichtung der KEK. Dazu hat die EKD ein Arbeitspapier vorgelegt, das in Lyon diskutiert werden soll.



Für Rainer Kiefer wird es auf der Konferenz Evangelischer Kirchen „wichtig sein, die ‚protestantische’ Stimme in Europa deutlich zu vertreten; das heißt zum Beispiel die Bedeutung der Gewissensfreiheit, die Macht des Wortes, die gemeinsame Verantwortung und Leitung der Kirche“. Im Verhältnis zum Staat hätten die protestantischen Kirchen in Europa unterschiedliche Modelle entwickelt; diese gelte es zu prüfen und unter Umständen weiterzuentwickeln.



10.7.2009



Die Geschichte der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)



Die KEK-Vollversammlungen