Marktforschungs-Studie: Kirchentag beschert doppelten Nutzen für Bremen

Nachricht 06. Juli 2009

Bremen (epd). Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen hat der Hansestadt nach den Ergebnissen einer repräsentativen Marktforschungs-Studie doppelten Nutzen gebracht. Die rund 100.000 Dauerteilnehmer hätten während des Protestantentreffens vom 20. bis 24. Mai rund 20 Millionen Euro ausgegeben, bilanzierte am Montag die Leiterin der Befragung, die Bremer Marketing-Professorin Astrid Brunken. Bremen könne zudem positive Imageeffekte verbuchen, weil die Stadt von den Besuchern als gastfreundlich, lebendig und interessant wahrgenommen worden sei.

Für die Studie wurden den Angaben zufolge 2.567 Gäste befragt, die als Dauerteilnehmer zu dem Kirchentag unter dem biblischen Motto "Mensch, wo bist du?" nach Bremen gekommen waren. Der Kirchentag habe zu 93 Prozent Besucher von außerhalb angezogen, zumeist "Stammgäste" der Veranstaltung, sagte Brunken, die an der Hochschule Bremen die Arbeitsgruppe "markt.forschung.kultur" leitet: "Darunter waren 40 Prozent zum ersten Mal überhaupt hier."

Das Gemeinschaftserlebnis und der Spaß seien zentrale Motive gewesen, den Kirchentag zu besuchen, hieß es. Brunken: "Politiker und Prominente waren nicht so wichtig." Zwei Drittel der Besucher kamen demnach aus Bevölkerungskreisen mit mehr Einkommen und höherem Bildungsniveau. Sie gaben ihr Geld in erster Linie in der Gastronomie und für Übernachtungen aus. So waren während des Kirchentages nach Angaben der örtlichen Touristik-Zentrale alle 8.000 Hotelbetten in der Stadt ausgebucht.

Brunken schätzt, dass Bremen etwa durch den Städtetourismus auch langfristig vom Kirchentag profitieren kann. Die Befragung habe ergeben, dass 20 Prozent der Erstbesucher wiederkommen wollten. In der Rolle der Gastgeber seien die Bremer "große Stars" gewesen, lobte der Geschäftsführer der städtischen "Bremen Marketing", Klaus Sondergeld. Der theologische Repräsentant der gastgebenden Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, ergänzte, durch Kooperationen seien viele neue Kontakte entstanden, die nun weiter gepflegt werden sollten.

Verbessern will sich der Kirchentag bei Ermäßigungen für Hartz-IV-Empfänger: Ihnen wurden zunächst reduzierte Eintrittspreise angeboten. Später konnten sie umsonst teilnehmen. "Das war mit Sicherheit nicht zu Ende gedacht", sagte Kirchentags-Geschäftsführer Volker Knöll. Beim nächsten evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden solle es eine klare Regel geben.

Der Kirchentag hat nach Angaben der Organisatoren etwa 14,2 Millionen Euro gekostet. Mit 7,5 Millionen Euro kam der Löwenanteil aus dem Bremer Landeshaushalt. Eine Million Euro finanzierte die gastgebende Kirche, die von den umliegenden Landeskirchen Hannover, Oldenburg und der Evangelisch-reformierten Kirche organisatorisch unterstützt wurde. Den Rest zahlten Teilnehmer und Sponsoren.

Internet: www.kirchentag.de

epd lnb sel mir/6.7.2009

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