AEU würdigt EKD-Papier zur Finanz- und Wirtschaftskrise

Nachricht 05. Juli 2009

Karlsruhe (idea) - Als einen wichtigen Anstoß zur Diskussion über die geistigen Grundlagen und die politischen Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges Wirtschaften hat der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) das Wort des Rates der EKD „Wie ein Riss in einer hohen Mauer“ zur globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise begrüßt. In dem Papier, das am 2. Juli in Berlin vorgestellt wurde, warnt die EKD u.a. davor, die Märkte angesichts der Krise um jeden Preis stabilisieren zu wollen. Der AEU teile die Einschätzung, dass die Lösung von Einzelproblemen nicht ausreicht, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Notwendig sei nicht eine dichte Reglementierung, sondern ein ganzheitlicher, sich an nachhaltigen Zielen orientierender Ordnungsrahmen sowie eine Abkehr von der allgemeinen Anspruchsmentalität des „Hier und Jetzt“.



Kritisch beurteilt der AEU den von der EKD eingeführten Begriff der „nachhaltigen Sozialen Marktwirtschaft“. Er verstelle den Blick dafür, „dass die Soziale Marktwirtschaft bereits in ihrer ursprünglichen und recht verstandenen Konzeption eine ordnungspolitische Leitidee ist, die die Anforderungen an ein nachhaltiges Wirtschaften in den Blick nimmt“. Die Soziale Marktwirtschaft sei nicht nur eine Wirtschafts- sondern auch eine Werteordnung, in der Freiheit, Initiative und Eigen¬verantwortung wieder ein höherer Stellenwert zugemessen werden müsse.



Als wesentliche Voraussetzung für eine Umkehr nennt der AEU die Vermittlung „eines belastbaren Wertefundamentes“. „Gerade wir als Christen und Mitglieder der Kirche müssen immer wieder betonen, dass die Reduzierung von Existenzängsten weniger die Aufgabe sozialstaatlicher Sicherungssysteme, sondern vor allem eine Frage von Zuversicht und Vertrauen in das Wort Gottes ist.“ Der AEU ist ein von ehrenamtlichem Engagement getragenes Netzwerk und versteht sich als eine Plattform für die Meinungsbildung zu wirtschafts- und sozialethischen Fragen. Seine Mitglieder wirken aktiv an den kirchlichen Reformprozessen mit und engagieren sich in vielen Bereichen des kirchlichen Lebens. Geschäftsführer des AEU ist Stephan Klinghardt (Karlsruhe).

(05.07.2009/12:01)



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