Historischer Uhrenturm kehrt auf Deutschlands größte Holzkirche zurück

Nachricht 26. Juni 2009

Clausthal-Zellerfeld (epd). Deutschlands größte Holzkirche in der Harzstadt Clausthal-Zellerfeld hat ihren historischen Uhrenturm wieder. Die vier Meter hohe sanierte Holzkonstruktion schwebte am Freitag an einem Kran hängend auf den Dachfirst der evangelischen Marktkirche "Zum Heiligen Geist". "Wir haben eine historische Verpflichtung, unser kulturelles Erbe zu bewahren", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) beim Richtfest. Die Kirche wird seit 2002 für insgesamt rund zehn Millionen Euro grundlegend saniert. Die Arbeiten werden noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Der Dachreiter der Marktkirche mit Uhrwerk, Zifferblättern und Glocken musste im April abgebaut werden, weil tragende Teile morsch geworden waren. "Der Turm hatte sich schon beträchtlich geneigt", sagte die Kirchenvorstandsvorsitzende Dorothee Austen dem epd. Die Arbeiten sollen im Oktober abgeschlossen sein. Die Kosten betragen nach Angaben des Kirchenvorstandes 1,5 Millionen Euro.

Ehlen bezeichnete die Marktkirche als "Wahrzeichen für die Harzregion." Sie wurde zur Zeit des 30-jährigen Krieges von Bergleuten erbaut und 1642 eingeweiht. Der Vorgängerbau war bei einem verheerenden Brand zerstört worden. Der Landwirtschaftsminister lobte das bürgerschaftliche Engagement in der damaligen Zeit: "Viele hatten selbst kein Dach über dem Kopf, trotzdem halfen viele tatkräftig und finanziell, eine neue Marktkirche zu errichten." Ein Viertel der Bausumme hätten die Menschen damals durch private Spenden aufgebracht.

Auch heute sei ein Teil der Bausumme durch Spenden zusammengekommen, erläuterte Austen. Rund 90.000 Euro konnten gesammelt werden. Den Löwenanteil der Renovierungskosten teilen sich die hannoversche Landeskirche mit 750.000 Euro sowie der Bund und das Land Niedersachsen mit jeweils 200.000 Euro. Der Rest sei über Stiftungen eingeworben worden.

Als Forstminister freute sich Ehlen, dass die niedersächsischen Landesforsten und das Forstamt Clausthal die Renovierung des Uhrenturms mit einer "großzügigen Holzspende" unterstützt hatten. Im Winter seien 25 "Mondfichten" gefällt worden. "Sie sind extrem trocken und besonders gut als Bauholz geeignet", sagte Austen. "Mondfichten" werden nach Angaben des Forstamts Clausthal bei klirrender Kälte und abnehmendem Mond gefällt. Dann sei der Wassergehalt der Stämme besonders niedrig.

Die Sanierung des Glockenturms konnte bereits im vergangenen Oktober abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr soll für 1,2 Millionen das mit Bleiblech gedeckte Dach des Kirchenschiffs renoviert werden. Die Marktkirche "Zum Heiligen Geist" in Clausthal-Zellerfeld gilt als Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Sie wird durch ein Denkmalpflege-Programm der Bundesregierung gefördert. Das Gotteshaus im Zentrum der Harzstadt bietet Platz für rund 2.200 Menschen.

www.kirchengemeinde-clausthal.de


epd lnb fra mig / 26.6.2009
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