Landesbischöfin warnt vor Konsumhaltung in Gottesdiensten

Nachricht 24. Juni 2009

Hilter/Kr. Osnabrück (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat davor gewarnt, bei aller notwendigen Diskussion um neue Gottesdienstformen in eine reine Konsumhaltung zu verfallen. Der Gottesdienst dürfe nicht auf das Bedienen der eigenen persönlichen Bedürfnisse reduziert werden, sagte Käßmann am Dienstagabend in Hilter bei Osnabrück. Gegen diese Haltung erhebe sie Einspruch: "Gottesdienst heißt ja auch, dass ich Gott diene."

Andererseits solle jeder, der in einen Gottesdienst gehe, gestärkt für den Alltag wieder herauskommen. "Lieblose Gottesdienste können wir uns nicht leisten", betonte Käßmann während des Festgottesdienstes zum 150-jährigen Bestehen der evangelischen Kirche in Hilter. Der Gottesdienst solle Menschen im Glauben stärken, sie aufnehmen in die Gemeinschaft und ihnen Anregung zum Nachdenken geben. Das könne in einem traditionellen Gottesdienst geschehen, aber auch in Gottesdiensten neuer Gestalt, durch neue Musik oder veränderte Formen. "Insofern müssen wir in den Gemeinden vor Ort überlegen, wie der Gottesdienst lebendiger werden kann."

Die Bischöfin sprach sich deutlich gegen eine Missachtung der Kirchen als Sakralräume aus. Ihr tue es geradezu weh, wenn ehemalige Kirchen zu Diskotheken oder Kneipen würden. "Ich setze darauf, dass Menschen ihre Liebe zu den alten Gotteshäusern neu entdecken und auch merken, dass unsere Kirchen und Klöster sie daran erinnern, dass Geld, Konsum und Fernsehen nicht satt machen im Leben." Insofern hätten Kirchen auch für kirchenferne Menschen eine Bedeutung.

epd lnb mas mir/24. Juni 2009
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