Deutsche Seemannsmission kündigt Aktionsprogramm für Piratenopfer an

Nachricht 21. Juni 2009

Bremen (epd). Die Deutsche Seemannsmission will am nächsten Dienstag ein Aktionsprogramm starten, um Seeleuten zu helfen, die von Piraterie betroffen oder bedroht sind. Um ihnen zur Seite stehen zu können, sei ein weltweites Netzwerk nötig, teilte am Freitag ein Sprecher der Organisation mit Sitz in Bremen mit. Die internationalen Seemannsmissionen seien mit 400 Standorten in fast allen Häfen der Welt der Verbund mit den meisten Kontakten zu Betroffenen.

Der Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission, Hero Feenders, sagte dem epd, Beschäftigte in den Stationen könnten den Opfern von Piratenüberfällen eine seelische erste Hilfe bieten. Aber auch Seeleute, die gefährdete Gewässer befahren würden, sollten unterstützt werden, hieß es. Das neue Programm verstärke bestehende Angebote in den Häfen, um Opfern schneller und gezielter zur Seite stehen zu können.

Die Deutsche Seemannsmission allein unterhält ein weltweites Netz von 17 Stationen im Ausland, unter anderen in Lomé (Togo), Durban (Südafrika), New Orleans (USA), Valparaiso (Chile) und Hongkong. In Deutschland gibt es 16 Stationen mit eigenständigen Inlandsvereinen. Die Deutsche Seemannsmission gehört zum internationalen Dachverband ICMA, in dem rund um den Globus 27 christliche Organisationen in 126 Ländern für Seeleute arbeiten.

Erst am Montag hatte die EU mit der Operation "Atalanta" ihren Militäreinsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias um ein Jahr verlängert. Deutschland entsendet derzeit zwei Fregatten, ein Versorgungsschiff und ein Fernaufklärungsflugzeug. Der Bundestag hat den Einsatz von bis zu 1.400 Soldaten bewilligt. Damit ist Deutschland größter Truppensteller.

Internet: www.seemannsmission.org

epd-lnb sel mir/19. Juni 2009

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