EKD-Synodenpräsidium: Rechtsextreme Parteien für Christen nicht wählbar - Landessuperintendent Klahr ruft zu Wahlbeteiligung auf

Nachricht 02. Juni 2009

Hannover/Aurich (epd). Wenige Tage vor der Europawahl hat das Präsidium der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) davor gewarnt, für rechtsextreme Parteien zu stimmen. Rechtsextreme Parteien wie insbesondere die NPD seien für Christen nicht wählbar, erklärten Präses Katrin Göring-Eckardt und ihre Stellvertreter Günther Beckstein und Klaus Eberl am Dienstag. Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit seien mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, denn sie widersprächen "der biblischen Botschaft von Gott dem Schöpfer aller Menschen".

In seiner Erklärung ruft das Synodenpräsidium alle Bürger dazu auf, sich an dieser und den weiteren Wahlen in diesem Jahr zu beteiligen. Demokratie lebe von der Beteiligung der Bürger, zitieren Göring-Eckardt, Beckstein und Eberl den Wahlaufruf, den das EKD-Kirchenparlament Anfang Mai verabschiedet hatte. Darin wird an die Forderung der Kirchen in der DDR vom Herbst 1989 nach freien und geheimen Wahlen erinnert. "Diese Errungenschaft sollten wir nicht verkümmern lassen." Weiter heißt es in dem Appell: "Eine niedrige Wahlbeteiligung begünstigt den Einzug extremer Parteien in die Parlamente." Eine hohe Wahlbeteiligung sei wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Auch der evangelisch-lutherische Landessuperintendent von Ostfriesland, Detlef Klahr, hat Christinnen und Christen dazu aufgerufen, am Sonntag zur Europa-Wahl zu gehen: "Es ist auch unsere Aufgabe, Demokratie zu stärken und zu gestalten", sagte er am Dienstag dem epd: "Wir dürfen dankbar dafür sein, dass wir in einem Land seit 60 Jahren in Freiheit und Frieden und mit freiheitlicher Verfassung leben dürfen." Mit seinem Appell schloss sich Klahr, der auch EKD-Synodaler ist, dem Wahlaufruf der Synode an.

Zuvor hatten die beiden großen Kirchen bereits gemeinsam die Bundesbürger zur Teilnahme an der Europawahl am 7. Juni aufgerufen. Damit könnten sie den weiteren Weg der Europäischen Union mitbestimmen. Die EU sei nur zukunftsfähig, "wenn sie vom Vertrauen der Bürger getragen und von allen gesellschaftlichen Kräften aktiv unterstützt wird", heißt es in dem Appell der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.

epd lnb/bas mil/2.6.2009

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