Taufe ist das Fundament christlicher Einheit

Nachricht 30. Mai 2009

Ökumenische Arbeitshilfe zum Thema „Taufe“ erschienen

Die Taufe ist das alle christlichen Konfessionen und Kirchen verbindende theologische Element – eigentlich. Die zum Deutschen Evangelischen Kirchen-tag in Bremen erschienene Ökumenische Arbeitshilfe der beiden deutschen In-stitute für Ökumenik und Konfessionskunde stellt den Stand der Diskussion um die Taufe dar: Tauftheologie und Taufpraxis werden ebenso wie die Frage der gegenseitigen Anerkennung der Taufe behandelt.



Das (evangelische) Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim sowie das (römisch-katholische) Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn bieten damit einen Überblick für Fachleute und inte-ressierte Gemeindeglieder, die sich fragen, wie das gemeinsame Sakrament der Taufe in der Praxis zu Gemeinschaft, aber auch zu Differenzen führen kann. Dabei steht besonders die Nichtanerkennung der Säuglingstaufe durch die Freikirchen der täuferischen Tradition im Fokus.



Der Leitende Direktor des Möhler-Instituts, Wolfgang Thönissen, betonte: „Die ökumenische Bewegung im 20. Jahrhundert hat viel zur Versöhnung zwi-schen den getrennten Christen beigetragen. Sie ist selbst zum Ausdruck für den Frieden in Europa geworden. Symbol dieser Versöhnung ist das Sakrament der Taufe. Sie ist das alle Christen unter Christus vereinende Band. Mit der gegenseitigen Anerkennung der Taufe bejahen die christlichen Kirchen die Taufe als Fundament der Einheit der Christen.“



Der Leiter des Konfessionskundlichen Instituts, Walter Fleischmann-Bisten, erinnerte an die Feier zur gegenseitigen Taufanerkennung am 29. April 2007, in der nur elf der 23 an der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) beteiligten Kirchen die entsprechende Verein-barung unterzeichnen konnten: „Die Taufe in ihrer theologischen Bedeutung, pastoralen Praxis und ökumenischen Bedeutung beschäftigt die Christen auf der Ortsebene stärker als bisher. Und: Die Diskussion über neue Möglichkei-ten der Taufanerkennung mit den Freikirchen der täuferischen Tradition, die ausschließlich die Glaubenstaufe als biblisch begründet lehren, ist im vol-len Gange und scheint verheißungsvoll.“



Der Taufstein des Magdeburger Doms als Ort der Taufanerkennungserklärung von 2007 ziert den Einband der Arbeitshilfe – für die beiden Institute ein Zeichen ökumenischer Chancen.



Bibliographische Angaben:

Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik (Paderborn) und Konfessionskundli-ches Institut des Evangelischen Bundes (Bensheim): Taufe. Eine ökumenische Arbeitshilfe, Speyer 2009 (Evangelischer Presseverlag Pfalz), 32 S., 4 EUR (inkl. Porto), ISBN 978-3-939512-14-1



Internet: Konfessionskundliches Institut Bensheim

27./30.5.2009