Rund 800 Kinder aus Tschernobyl kommen nach Niedersachsen

Nachricht 27. Mai 2009

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche erwartet bei ihrer 19. Tschernobyl-Ferienaktion in den Sommermonaten insgesamt rund 800 strahlengeschädigte Kinder aus Weißrussland. Sie sollen sich für jeweils vier Wochen in 23 Kirchenkreisen der Landeskirche zwischen Hann. Münden und Cuxhaven erholen, teilte die evangelische Landeskirche am Mittwoch in Hannover mit. Mit dem ersten Flug landeten am Mittwoch 111 Kinder, zwölf Mütter mit Kleinkindern sowie 15 Dolmetscherinnen auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen.

Sie stammen aus der besonders von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl betroffenen Region Gomel. Auch 23 Jahre nach dem Atomunglück seien die Folgen gravierend, hieß es. Viele Menschen in der Region um den Unglücksreaktor litten inzwischen an Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs, Leukämie, Brustkrebs, Jugend-Diabetes, Erkrankungen des Herzens und des Magen-Darm-Traktes sowie Immunschwächen.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte die Erholungsreisen ins Ausland im vergangenen Herbst zunächst ausgesetzt, hieß es. Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der Republik Belarus hätten im Februar aber dazu geführt, dass die Kinder auch weiterhin nach Deutschland reisen dürfen.

Den Kinderabteilungen der zentralen Krankenhäuser in Gomel will die Kirche rund 2,5 Tonnen an Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern im Wert von etwa 56.000 Euro zur Verfügung stellen. Sie wurden durch Spenden finanziert. Die Ferienaktion läuft bis zum 19. August. (Informationen unter Telefon 0511/1241-975)


epd lnb mil mig / 27.5.2009
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