Gifhorn soll ein soziales Kaufhaus erhalten

Nachricht 27. Mai 2009

Gifhorn (epd). In Gifhorn soll noch in diesem Jahr ein soziales Kaufhaus in zentraler Lage eröffnet werden. Derzeit suche der interkonfessionelle Arbeitskreis ein geeignetes, etwa 500 Quadratmeter großes Gebäude in der Fußgängerzone, sagte am Dienstag Heiko Burmann, Leiter des Kirchenkreisamtes Gifhorn und Mitglied im Arbeitskreis. "Wir wollen beruflich qualifizieren, Arbeitsplätze schaffen und dafür sorgen, dass alle Menschen angemessen am Leben teilhaben können", nannte er als Ziele der Initiative.

Das neue Kaufhaus soll ein möglichst breites Publikum ansprechen. "Es soll für alle Schichten interessant sein", sagte Burmann. Zum Warenangebot sollen Dinge des täglichen Lebens zählen, etwa gebrauchte Kleidung, Möbel, Restposten, Hausrat und Geschirr. Auch mit der Post liefen Gespräche. Geplant sei ein "Shop-in-Shop-Modell" wie in einer Markthalle. So sollen auch bestehende karitative Einrichtungen einbezogen werden, die schon jetzt Möbel aufarbeiten, ein Catering betreiben oder Fahrräder wieder flottmachen.

Mit diesen Plänen liegt der Gifhorner Arbeitskreis nach Einschätzung von Reinhold Fahlbusch voll im Trend. Fahlbusch ist Vorsitzender einer Genossenschaft, die seit anderthalb Jahren das Kaufhaus "fairKauf" in Hannover als Unternehmen betreibt: "Wir wollen Geld verdienen und damit etwas Gutes tun, nämlich die Mitarbeiter qualifizieren." Er führe wöchentlich Besuchergruppen durch das 750 Quadratmeter große Gebäude in der Innenstadt, das mittlerweile schwarze Zahlen schreibe. "Auf mittlere Sicht wird es in allen Orten ab 50.000 Einwohnern derartige Einrichtungen geben", prognostiziert der ehemalige Bankdirektor.

In dem neuen Kaufhaus in Gifhorn sollen 14 neue Arbeitskräfte eingestellt und für den Verkauf qualifiziert werden. Bewerbungen für den Verkauf und die Leitung des Kaufhauses lägen bereits vor, auch Ehrenamtliche hätten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. Träger des Projekts seien Diakonie und Caritas, am Konzept hätten darüber hinaus Banker und Unternehmer mitgearbeitet. Größte Schwierigkeit sei jetzt, ein geeignetes Gebäude zu finden.

Nach Angaben von Fahlbusch bestehen in Niedersachsen größere Kaufhäuser in Hannover und in Osnabrück mit einem Vollsortiment. Daneben hätten in den vergangenen Monaten einige kleinere Häuser eröffnet, etwa in Königslutter, Duderstadt und Wolfsburg.


epd lnb gar mil / 26.5.2009
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