Pfingsten - 50 Tage nach Ostern: Geburtstag der Kirche

Nachricht 26. Mai 2009

Neben Ostern ist Pfingsten das einzige jüdische Fest, das in den christlichen Festkalender eingegangen ist. Der deutsche Name Pfingsten leitet sich ab von der im hellenistischen Judentum entstandenen griechischen Bezeichnung „Pentekoste“. Übersetzt heißt das: „Der fünfzigste Tag“. Gemeint ist damit der 50. Tag nach dem Passah- (Oster-) Fest.



Im alten Israel wurde an diesem 50. Tag nach Ostern ein Erntedankfest, das Wochenfest Schabuoth, gefeiert. In der christlichen Überlieferung der ersten drei Jahrhunderte bezeichnet „Pentekoste“ hingegen den ganzen 50 Tage währenden festlichen Zeitraum, der mit der Osternacht beginnt. Diese später so genannte „Freudenzeit“ ist sozusagen ein ununterbrochenes Fest zur Verherrlichung des auferstandenen Christus.



Erst im 4. Jahrhundert beginnt die „Pentekoste“ ein selbständiges Fest zu werden. Als solches wird es erstmals 305 erwähnt. Von dieser Zeit an wurde Pfingsten immer mehr als Fest des Heiligen Geistes gefeiert, das gleichrangig neben Ostern und Weihnachten steht. Gleichzeitig bildete sich auch das Himmelfahrtsfest am 40. Tag nach Ostern zu einem der Festtage der Kirche aus.



Das Geschehen von Pfingsten, die Ausgießung des Heiligen Geistes, wie sie in der Apostelgeschichte Kapitel 2, Vers 1-13 geschildert wird, wurde im Mittelalter durch „Pfingstspiele“ aufgenommen. Sie sollten der Veranschaulichung des Pfingstwunders dienen. Genau diesen Zweck verfolgte auch der bis ins letzte Jahrhundert anzutreffende Brauch, im Pfingst-Gottesdienst den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube über den Köpfen der andächtig versammelten Gemeinde schweben zu lassen. Auch beginnt sich mit der Zeit ein besonderer Schmuck für Pfingsten, das als „Geburtstag der Kirche“ begangen wird, einzubürgern: die Maien. Gemeint sind damit Birkenreiser – nach Psalm 118,27: „Schmückt das Fest mit Maien.“



Was schließlich den sprichwörtlich gewordenen „Pfingstochsen“ angeht, so hängt dieser Begriff damit zusammen, dass Pfingsten früher als das Fest der Viehzüchter galt. Anlässlich des ersten Viehaustriebs wurde der Ochse als Anführer der Herde festlich „herausgeputzt“. Und so ist die Redewendung vom „herausgeputzten Pfingstochsen“ in den Sprachgebrauch eingegangen als Bezeichnung für einen Menschen mit auffälliger Bekleidung.



(Aus „1x1 des Kirchenjahres“ von Jörg Buchna)



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