Präsident Guntau: Kirchen suchen neue Wege zur Finanzierung ihrer Arbeit

Nachricht 16. Mai 2009

Hannover (epd). Die beiden großen Kirchen in Deutschland stehen nach Ansicht des Präsidenten des hannoverschen Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau, noch immer vor großen finanziellen Herausforderungen. "Wir müssen deshalb verantwortlich neue Wege zur Finanzierung kirchlicher Angebote beschreiten", sagte Guntau am Sonnabend in Hannover beim "2. Ökumenischen Fundraising-Tag" der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des katholischen Bistums Hildesheim. Das Fundraising sei dabei eine wesentliche Aufgabe.

"Wir müssen die Menschen davon überzeugen können, dass das, wofür sie ihr Geld geben mögen, unterstützungswürdig ist", sagte der Kirchenjurist. Die Angebote der Kirche seien attraktiv. Die Menschen würden in all ihren Lebensphasen von der Geburt bis zum Tod begleitet. Die Kirche verfüge über viele kompetente Fachleute und Ansprechpartner.

Kirchliches Fundraising müsse sich immer als Teil kirchlicher Arbeit verstehen, sagte Guntau weiter. Es diene der Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat. Der Kirche gehe es dabei nicht nur um das Geld, sondern vor allem um die Menschen: "Die Kirche lebt von der Beziehung zum Einzelnen." Der Präsident wies auf die große Begeisterung zum freiwilligen Engagement in der Gesellschaft hin. "Großzügigkeit und Freigiebigkeit gehören noch zu den gelebten Tugenden."

Der Generalvikar des Bistums Hildesheim, Werner Schreer, sagte, die Kirchen müssten weiter an ihrer Überzeugungskraft arbeiten. "Unsere Erfahrungen mit fast zehn Jahren organisiertem Fundraising sagen uns, dass wir noch viel dafür tun müssen, unsere Botschaften nachhaltig und wirksam zu verbreiten." Mit mehr als 50 Millionen evangelischer und katholischer Christen, rund einer Million hauptamtlicher Mitarbeiter in den Kirchen, der Diakonie und der Caritas sowie mit einigen Millionen Ehrenamtlichen spielten die Kirchen eine wichtige Rolle in der deutschen Gesellschaft.

Ziel des Fundraising-Tages war es nach den Worten des Fundraising-Beauftragten der Landeskirche, Pastor Paul Dalby, die Spendensammler über die Chancen der Spendenwerbung zu informieren. Beide Konfessionen setzten auch künftig verstärkt auf Spenden, um die Sanierung von Kirchen oder die Gründung von Stiftungen zu finanzieren. Die hannoversche Landeskirche habe ihre Spendenwerbung in den vergangenen fünf Jahren spürbar professionalisiert.

Inzwischen seien zwischen Cuxhaven und Hann. Münden 80 überwiegend hauptberufliche Mitarbeiter zu Fundraisern ausgebildet worden, sagte Dalby am Rande der Veranstaltung. In 20 von 58 Kirchenkreisen seien Spendenwerber mit unterschiedlichen Stellenanteilen tätig. Ihnen stünden 120 ausgebildete Ehrenamtliche zur Seite. Von 2005 bis 2007 seien allein elf Millionen Euro für kirchliche Stiftungen der Landeskirche eingeworben worden: "Wir haben enorme Chancen und genießen großes Vertrauen."


epd lnb mil mir / 16.5.2009
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