Neues Kirchenamt für 139 Gemeinden

Nachricht 10. Mai 2009

Die Verwaltungen der evangelischen Kirchenkreise Hildesheim-Sarstedt, Hildesheimer Land und Alfeld sind ab sofort zu einem Kirchenamt zusammengeschlossen. Die neue Behörde ist für so viele Gemeinden zuständig wie keine andere in der Evangelischen Landeskirche Hannovers: 139 Gemeinden mit 157800 Mitgliedern werden von Hildesheim aus betreut. Das neue Kirchenamt findet sich an der Gropiusstraße 5.

Für das einzelne Gemeindemitglied wird die Umstrukturierung keine direkten Auswirkungen haben. Eine Umstellung bedeutet sie jedoch für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Gemeinden. Grund für die Fusion waren Einsparvorgaben der Landeskirche Hannovers. Sie will die Zahl der Kirchenkreisämter bis zum Jahr 2020 von heute 38 auf 19 Ämter verringern.

Auf Landeskirchenebene sollen auf diese Weise die Personalkosten um 30 Prozent verringert werden. Doch nicht überall wird auf gleiche Weise gespart. „Die Fusion kann bedeuten, dass das Gemeindemitglied länger seinen Gemeindepastor behält“, erklärt Klaus Grünwaldt, Superintendent des Kirchenkreises Alfeld. Die Verschlankung der Verwaltung sorgt dafür, dass bei den Pastorenstellen noch nicht so stark gekürzt werden muss.

Eine „Hochzeit im Himmel“ ist die Zusammenlegung der Kirchenverwaltungen wohl nicht gewesen. „Die Verhandlungen waren nicht lustvoll, aber ausgesprochen vernünftig“, sagte Helmut Aßmann, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Das bestätigt auch sein Amtskollege vom Kirchenkreis Hildesheimer Land, Christian Castel: „Wir sind froh, dass es ohne große Konflikte über die Bühne gehen konnte.“ Die hat es bei anderen Fusionen in der evangelischen Landeskirche Hannovers nämlich durchaus gegeben.

Wie viel in Hildesheim durch die Zusammenlegung eingespart werden kann, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen. Die bisherigen Mitarbeiter des Kirchenkreisamtes Hildesheim-Sarstedt sind von ihrem Arbeitsplatz in der Klosterstraße in die Gropiusstraße gezogen, wo sie weiter beschäftigt werden. Insgesamt sind hier nun 55 Menschen tätig. Zu betriebsbedingten Kündigungen wird es nicht kommen. Vielmehr soll langfristig durch natürliche Fluktuation Personal reduziert werden.

Der neue Verwaltungsbezirk umfasst den Landkreis Hildesheim und östliche Teile des Landkreises Hameln-Pyrmont. Das erweiterte Kirchenamt verwaltet nun 52 Kindertagesstätten, in denen täglich 3300 Kinder betreut werden. 212 Kirchen und Kapellen, 226 Pfarr- und Gemeindehäuser und 104 Friedhöfe gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich. Auch die Personalverwaltung für die 2100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernimmt das Kirchenamt – vom Erzieher im Kindergarten über Küster bis zum Pastor.

Das neue Kirchenkreisamt soll auch die Möglichkeiten für Versammlungen bieten, etwa für Kirchenkreistage. Noch in diesem Jahr soll dazu ein Anbau an das frühere Kasernengebäude gesetzt werden. Dadurch wird ein großer teilbarer Sitzungssaal entstehen, der insgesamt 80 Menschen Platz bietet. „Die Bauarbeiten werden voraussichtlich noch zum Jahresende abgeschlossen sein“, erklärt Klaus Kastmann, Leiter des Kirchenamtes.