Bundesverband Deutscher Stiftungen fordert stärkere Zusammenarbeit

Nachricht 07. Mai 2009

Hannover (epd). Stiftungen sollten dem Bundesverband Deutscher Stiftungen zufolge künftig stärker zusammenarbeiten. "Dies ist angesichts der durch die Finanzkrise knapper werdenden Ressourcen ein Gebot der Vernunft", sagte der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Krull am Donnerstag beim Deutschen Stiftungstag vor Journalisten in Hannover. Der Kongress mit mehr als 1.500 Teilnehmern gilt als das größte Treffen dieser Art in Europa. Für das Jahr 2009/10 erwartet Krull einen Rückgang der Stiftungserträge von zehn bis zwölf Prozent.

Eine Kurzstudie des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster habe ergeben, dass mehr als die Hälfte aller 16.406 Stiftungen in Deutschland bereits kooperieren, sagte Krull. Bevorzugte Partner seien dabei andere Stiftungen, weitere Kooperationen gebe es mit Non-Profit-Organisationen. Eine Zusammenarbeit bestehe auch mit dem Staat und der Privatwirtschaft. Das Stiftungswachstum hält nach Aussage Krulls weiter an. Mit einem Bestand von 3.159 Stiftungen stehe Nordrhein-Westfalen bundesweit an der Spitze dieser Einrichtungen.

Zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik habe im Jahr 2008 die Zahl der Neugründungen rechtsfähiger Stiftungen über 1.000 gelegen. Es seien insgesamt 1.020 Stiftungen gegründet worden. Damit seien in den vergangenen neun Jahren mehr Stiftungen neu errichtet worden als in den gesamten 50 Jahren zuvor, sagte Krull. Niedersachsen sei das Zugpferd dieser Entwicklung. Mit 1,28 Stiftungen pro 100.000 Einwohner seien hier mehr Stiftungen gegründet worden als im Bundesdurchschnitt mit 1,24.

Diese Entwicklung führt der Generalsekretär des Bundesverbandes, Hans Fleisch, darauf zurück, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hätten: "Sie sind im europäischen Vergleich Spitze." Um das Niveau zu halten, müssten die Reformen abgerundet werden. Wichtige Eckpunkte seien ein europäischer Stiftungsstatus, die Reform der Haftung gemeinnütziger Körperschaften und eine Reform im Steuerrecht.

An diesem Freitag wird zum 11. Mal der undotierte Deutsche Stifterpreis verliehen. Ausgezeichnet werde das Frankfurter Ehepaar Karin und Carlo Giersch, hieß es. Die beiden Ehrensenatoren seien in zwei Stiftungen vorwiegend in der Rhein-Main-Region als Mäzene tätig.

epd lnb reu mil/7.5.2009
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