Landeskirchen führen neue Beauftragte für Entwicklungsarbeit ein

Nachricht 27. April 2009

Hannover (epd). Die promovierte Volkswirtin und Religionspädagogin Cornelia Johnsdorf (50) ist neue Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) der evangelisch-lutherischen Landeskirchen von Hannover und Braunschweig. Sie übernimmt die Nachfolge von Hermann Hartmann, der Ende Januar in den Ruhestand verabschiedet wurde. Johnsdorf wird künftig für die Beratung von Eine-Welt-Gruppen und die entwicklungspolitische Lobbyarbeit zuständig sein. Am Montag wurde sie in ihr neues Amt eingeführt.

Johnsdorf leitet bisher die kirchliche Arbeitsstelle für entwicklungspolitische Bildung und wird die KED-Arbeit künftig mit übernehmen. Beide Arbeitsbereiche wurden in einer Stelle zusammengeführt. Die Kürzung des Stellenumfangs müsse kein Nachteil sein, sagte sie dem epd: "Wenn man Kontakte und Netzwerke geschickt nutzt, kann man aus wenig viel machen." Verglichen mit anderen Landeskirchen in Deutschland seien Hannover und Braunschweig in der entwicklungspolitischen Arbeit weiterhin gut aufgestellt.

 Der hannoversche Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer sagte bei der Einführung, die Kirche habe den Auftrag, dabei mitzuhelfen, die Armut weltweit zu überwinden, Zugänge zu Ernährung und Wasser zu sichern und die Chancengleichheit von Jungen und Mädchen in Bildung und Beruf zu ermöglichen. Dabei gebe es immer wieder Rückschritte wie die Folgen der Weltwirtschaftskrise in den Ländern des Südens, aber auch "kleine Siege der Hoffnung", wenn etwa Frauen in Afrika durch Kleinkredite ein eigenes Unternehmen gründeten.

Johnsdorf will künftig enger mit dem Hochschulpfarramt in Hannover zusammenarbeiten. Das KED-Büro wurde deshalb von Hildesheim nach Hannover verlegt. Ein wichtiges Ziel werde es sein, junge Menschen für die Eine-Welt-Arbeit zu begeistern, sagte sie. Dabei sei es entscheidend, ihnen konkretes Handeln und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen: "Es soll Spaß machen."

Praktika in Weltläden könnten dazu ebenso beitragen wie Aktionen für Konfirmanden, etwa Torwandschießen mit fair gehandelten Fußbällen. Die Globalisierung, die Auslandsverschuldung, das internationale Finanzsystem, der Welthandel und ein nachhaltiger Lebensstil seien wichtige Themen ihrer Arbeit.

epd-lnb mig mil/27.4.2009

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