Landesbischöfin unterstützt Bremerhavener Ausstellung zu Sterben und Tod

Nachricht 25. April 2009

Bremerhaven (epd). Das Diakonische Werk in Bremerhaven organisiert mit Unterstützung der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann eine Veranstaltungsreihe zum Thema Sterben und Tod. Im Mittelpunkt steht unter dem Titel "Noch mal leben vor dem Tod" eine preisgekrönte Fotoausstellung der Journalistin Beate Lakotta und des Fotografen Walter Schels, die Käßmann am 14. Mai eröffnet. Sie läuft bis zum 21. Juni in der Pauluskirche (Hafenstraße 144). "Wir wollen die Angst vor dem Sterben nehmen", sagte am Freitag Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder.

Zu der Reihe gehören Vorträge, eine Lesung und Diskussionen, an denen sich unter anderen der Hamburger Professor für Sozialpsychiatrie, Klaus Dörner, beteiligt. Dabei geht es um Themen wie die schmerzlindernde Medizin und andere notwendige Hilfen im Sterbeprozess. Die Ausstellung laufe bewusst in der Zeit, wenn der Deutsche Evangelische Kirchentag unter dem biblischen Motto "Mensch, wo bist du?" in Bremen zu Gast sei, erläuterte Diakon und Initiator Ludwig Sachweh. "Ich drehe das Thema um und sage: Hier bist du Mensch, auch auf dem Sterbebett."

In Bremerhaven fällt die Reihe mit den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des kirchlichen Friedhofes in Geestemünde zusammen, der zu den größten in der hannoverschen Landeskirche zählt. Das Sterben sei in den Einrichtungen der Altenhilfe eine zentrale Frage, sagte Diakonie-Geschäftsführer Eberhard Muras. "Früher haben die Bewohner noch viel länger in den Einrichtungen gelebt, heute kommen sie schon schwerstpflegebedürftig und sterben im Durchschnitt nach neun Monaten."

Deshalb sei ein Abschied beispielsweise durch eine Aussegnung auch für das Personal wichtig, das sie intensiv gepflegt habe. "Die Menschen sterben, wie sie gelebt hatten", ergänzte Muras. Wer in einer zerstrittenen Beziehung noch keinen Frieden geschlossen habe, könne oft nur schwer sterben.

Beate Lakotta und Walter Schels haben 24 Menschen vor und nach ihrem Tod begleitet und die Ergebnisse in der Ausstellung mit überlebensgroßen Fotos und in einem Buch veröffentlicht. Einige Porträts wirken bereits vor dem Sterben friedlich und entspannt, aus anderen spricht Auflehnung oder Anspannung, die sich im Tod auflöst. Für ihre auch im "Spiegel" veröffentlichte Arbeit hat das Duo unter anderem den Hansel-Mieth-Preis für engagierte Reportagen und den Deutschen Sozialpreis gewonnen.

Internet: www.diakonie-bremerhaven.de; www.noch-mal-leben.de

Buchhinweis: Beate Lakotta, Walter Schels: "Noch mal leben vor dem Tod - Wenn Menschen sterben", DVA München 2004, 224 Seiten, 39,90 Euro. Auch als Hörbuch erhältlich (24,90 Euro)

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