Islamischer Religionspädagoge unterstützt Pläne für Imam-Ausbildung

Nachricht 25. April 2009

Osnabrück (epd). Der Osnabrücker islamische Religionspädagoge Bülent Ucar unterstützt die Pläne des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann (CDU) für eine staatliche Imam-Ausbildung. Die Imame seien einflussreiche Autoritäten für die Muslime in Deutschland. Doch sie seien mit ihren mangelnden Kenntnissen der deutschen Sprache und Kultur "nicht integrationsförderlich", sagte Ucar am Freitag dem epd. Deshalb sei eine staatliche Ausbildung wünschenswert. Allerdings dürfe sie nicht von oben verordnet, sondern müsse kooperativ mit den muslimischen Verbänden und Einrichtungen entwickelt werden.

Schünemann hatte angekündigt, im Sinne einer besseren Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft, einen Weiterbildungsstudiengang und einen längeren Studiengang mit Bachelor-Abschluss für angehende Imame anbieten zu wollen. Er könne sich Osnabrück als Zentrum der Imam-Ausbildung vorstellen, zumal dort bereits der Studiengang "Islamische Religionspädagogik" vorbildlich laufe, hieß es. Niedersachsen wolle in der staatlichen Imam-Ausbildung Vorreiter für ganz Deutschland sein.

Bülent Ucar sagte, er werfe den Imamen nicht Fundamentalismus vor. Aber sie kämen oft nur für zwei bis drei Jahre aus der Türkei nach Deutschland und könnten sich deshalb in der Gesellschaft gar nicht auskennen: "Da hat der Minister ein Problem erkannt, und es ist gut, wenn sich in dieser Richtung etwas tut", sagte der Professor, der auch Mitglied im ministerialen Arbeitskreis "Imam-Ausbildung" ist.

In Niedersachsen gebe es aufgrund des seit eineinhalb Jahren laufenden Studiengangs bereits eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Ministerien und den islamischen Organisationen, betonte Ucar. Diese guten Beziehungen gelte es jetzt zu nutzen, um die unterschiedlichen Interessen bei der Entwicklung einer Imam-Ausbildung in Einklang zu bringen. Er sei zuversichtlich, dass die Pläne des Ministers sich umsetzen ließen.

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