Bischof Weber unterstreicht Bedeutung des Religionsunterrichts

Nachricht 25. April 2009

Braunschweig/Goslar (epd). Der Religionsunterricht muss nach Ansicht des braunschweigischen Landesbischofs Friedrich Weber in der jetzigen Form erhalten bleiben. "Es ist wichtig, dass auch in Zukunft der Religionsunterricht an unseren Schulen didaktisch, fachlich und rechtlich in dem Rahmen erteilt wird, den unsere Verfassung vorsieht", sagte Weber am Freitag in Goslar bei einem Gottesdienst für 20 angehende Religionslehrerinnen aus ganz Niedersachsen.

In seiner Predigt betonte Weber, dass Kinder ein Recht auf Religion hätten. Auf ihre Fragen nach Sinn, Gott, Leben und Tod, Gerechtigkeit und Leid sollten sie Antworten aus religiösen Bezügen bekommen. "Die Auseinandersetzung mit religiösen Erfahrungen und Vorstellungen gehört zur Persönlichkeitsentwicklung", betonte der Landesbischof. Viele Kinder blieben mit ihrem Menschenrecht auf religiöse Bildung allein, da dieses Thema im Elternhaus inzwischen eher nebensächlich sei.

Nach Ansicht Webers müssen Kinder jedoch die Bibel kennenlernen, um einen Zugang zur biblisch geprägten westlichen Geschichte und Kultur zu gewinnen. "Kinder brauchen religiöse Erziehung, die zugleich die Herzen bildet." Dabei dürften die Horizonte des Denkens, Fühlen und Suchens nicht fehlen. Wichtigste und schwierigste Aufgabe der Erziehung sei es, dem Kind dabei zu helfen, einen Sinn im Leben zu finden.

Die Lehrerinnen, die künftig vor allem an Grundschulen tätig sein werden, erhielten in dem Gottesdienst ihre Vokationsurkunden. Die Urkunden sind eine kirchliche Bestätigung für die Erteilung des Religionsunterrichts. Nach Auskunft des Kultusministeriums gehören die 20 Lehrerinnen zu den rund 10.000 Lehrkräften für evangelische und katholische Religion an den öffentlichen Schulen in Niedersachsen. Hier fehlten nach wie vor Lehrkräfte für das Fach evangelische Religion an Gymnasien.

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