Kirchenkreis Uelzen will diakonische Gesellschaft trotz Defizits fortführen

Nachricht 21. April 2009

Uelzen (epd). Der evangelische Kirchenkreis Uelzen will seine gemeinnützige Gesellschaft unter dem Dach der Diakonie trotz eines Defizites von 520.000 Euro weiterführen. "Wir haben begründete Hoffnungen, dass sich ein Insolvenzantrag vermeiden lässt", sagte Propst Wolf von Nordheim am Montagabend in Uelzen vor der Presse. Die Diakonie gGmbH war von Nordheim zufolge 2006 gegründet worden, um innovative Projekte anzuschieben. Ziel sei die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen ins Berufsleben. Derzeit betreuten 38 Mitarbeiter zum Teil in befristeten Stellen 146 Teilnehmer in Qualifizierungsprojekten.

Arbeitsplätze seien derzeit nicht gefährdet, sagte von Nordheim. Der Kirchenkreis habe durch einen Rangrücktritt über seine Forderungen sichergestellt, dass alle Verbindlichkeiten und die Gehälter gezahlt werden könnten. Der Kirchenkreis hatte im März den Berater im Bereich der diakonischen Altenhilfe, Martin Raabe, aus Hannover mit der Geschäftsführung der Gesellschaft beauftragt. Er prüfe derzeit, wie mit Partnern unter anderem aus der Diakonie die Arbeitszweige der Gesellschaft weitergeführt werden können, sagte Raabe. Dabei gibt es nach Angaben des Kirchenkreises Gespräche mit dem Landeskirchenamt und dem Diakonischen Werk der hannoverschen Landeskirche.

Viele der Aufgaben werden Raabe zufolge unter anderem mit Mitteln der EU oder der Agentur für Arbeit refinanziert. Dabei seien in der Vergangenheit Kosten zum Teil "nicht sauber kalkuliert worden". Defizitär arbeiteten vor allem der Bereich Grünwerk, der Gartenarbeit anbietet, und die allgemeinen Dienstleistungen, eine Art Hausmeisterservice.

Um Projekte anzuschieben, hatte der Kirchenkreis nach Angaben des Fachanwaltes für Wirtschaftsrecht und externen Beraters, Christoph Bode, der Gesellschaft im Dezember 2007 ein Darlehen von 300.000 Euro gegeben. Nachdem sich abzeichnete, dass das Ergebnis der Gesellschaft nicht wie erhofft ausfalle, sei erst im Dezember 2008 das volle Ausmaß des Verlustes offensichtlich geworden.

Nachdem ein Controller die Vorgänge geprüft habe, sei der damalige Geschäftsführer der Gesellschaft, Jörg Stoffregen, zum 19. März abberufen worden. Stoffregen, der auch als Kirchenkreissozialarbeiter tätig war, habe daraufhin um Auflösung seines Arbeitsvertrages gebeten, sagte von Nordheim. "Es hat keinerlei persönliche Vorteilnahme gegeben. Alles Geld ist in diakonische Maßnahmen geflossen", sagte Bode. Inhaltlich sei die Arbeit nicht infrage gestellt, betonte von Nordheim. Viele Projekte hätten in der Landeskirche Modellcharakter. Sie sollten deshalb nach Möglichkeit weitergeführt werden. Der Kirchenkreis könne jedoch keine weitere finanzielle Unterstützung leisten.

epd-lnb mir mil/21.4.2009
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